Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter Arbovirologie, Bernhard-Nocht-Institut
  • Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warnt vor Spekulationen in Bezug auf die neue Omikron-Variante des Coronavirus. (Archivbild)
  • Foto: imago/Chris Emil Janßen

Omikron: Das sagt Schmidt-Chanasit zur Variante – erster Verdachtsfall im Norden

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warnt vor Spekulationen rund um die Omikron-Variante des Corona-Virus. Es sei noch zu wenig bekannt, die Forschung aber könnte schon in wenigen Wochen über gute Erkenntnisse verfügen. In Niedersachsen gibt es derweil den ersten Omikron-Verdachtsfall.

„Wir wissen bezüglich der Übertragbarkeit der Virus-Variante, der möglichen Schwere bei einer Erkrankung oder Impfdurchbrüchen noch zu wenig“, sagte Schmidt-Chanasit, Forscher von der Universität Hamburg, am Montag. Auch sei noch gar nicht klar, ob sich diese Variante durchsetzen werde. Erfreulich sei jedoch, dass sowohl einige Schnell- als auch die PCR-Tests die in Südafrika entdeckte Omikron-Variante detektieren können. „Auch geht niemand davon aus, dass die vorhandenen Impfstoffe bei der neuen Variante gar nicht mehr helfen.“

Schmidt-Chanasit: Impfung hilft auch gegen Omikron

Schmidt-Chanasit geht davon aus, dass aufgrund der intensiven Forschungsarbeit bereits in wenigen Wochen und nicht erst in Monaten eine bessere Beurteilung der Omikron-Variante möglich sein wird. Dass Wissenschaftler jetzt alarmiert seien, bedeute keinesfalls, dass nun auch die Bevölkerung alarmiert sein müsse, betonte er. Unter Wissenschaftlern heiße das vielmehr, dass die Sache dringend untersucht und erforscht werden müsse. Für die Bevölkerung gelte nach wie vor: eine Impfung, das Maskentragen und Abstandhalten schützten.


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„Wir können von Südafrika nicht automatisch auf Deutschland schließen“, sagte Schmidt-Chanasit. Dort gebe es eine andere Bevölkerungsstruktur und auch ganz andere Grunderkrankungen. Auch Grenzschließungen sind aus seiner Sicht nicht zielführend. „Die Ausbreitung einer neuen Virus-Variante kann man nicht aufhalten, sondern nur verlangsamen.“

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Außerdem bestehe die Gefahr, dass auf diese Art isolierte Länder ihr Wissen über neue Virus-Varianten künftig für sich behalten könnten. „Wir haben ja nur aufgrund des guten Willens und der guten Sequenzierungsarbeit in Südafrika diese Informationen so frühzeitig erhalten.“

In Niedersachsen gibt es derweil einen ersten Verdachtsfall der Omikron-Variante des Coronavirus. Nach einem Aufenthalt in Südafrika bestehe bei einem Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel der begründete Verdacht, dass er mit dieser Variante infiziert sein könnte, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Hannover mit. Derzeit befinde er sich in Isolation. Laboruntersuchungen beim Landesgesundheitsamt sollen nun im Laufe der Woche Klarheit bringen, ob sich der Verdacht bestätigt.

Erster Omikron-Verdachtsfall in Niedersachsen

Nach einem Aufenthalt in Südafrika in der vergangenen Woche traten demnach bei dem Mann Erkältungssymptome auf. Sowohl ein Schnelltest als auch ein PCR-Test haben den Angaben zufolge eine Infektion mit Sars-Cov-2 bestätigt. Ob es sich dabei um die Omikron-Variante handelt, ermittelt das Landesgesundheitsamt nun mithilfe eines Sequenzierverfahrens, das eine genaue Bestimmung der Virus-DNA ermöglichen soll. (dpa/mp)

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