Medizin-Student Eugen Ziegler (26) aus Rahlstedt hält eine 2G+ Regelung jetzt für eine gute Option.
  • Medizin-Student Eugen Ziegler (26) aus Rahlstedt hält eine 2G+ Regelung jetzt für eine gute Option. Für Ungeimpfte sollten schärfere Regeln gelten.
  • Foto: Patrick Sun

Omikron-Angst: Soll es einen neuen Lockdown geben?

Die neue Virusvariante Omikron hat Hamburg erreicht – derzeit gibt es 22 eindeutige und viel mehr Verdachtsfälle (Stand Montag). Besonders mit Blick auf die Feiertage bereitet das vielen Hamburgerinnen und Hamburgern Sorgen. Bei Sonnenschein und blauem Himmel hat die MOPO nachgefragt: Wie groß ist die Angst? Brauchen wir einen Lockdown? 

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verkündete am Montag neue Corona-Regeln für Hamburg, am Dienstag wird sich bundesweit über Verschärfungen beraten. Grund ist die Sorge über die Omikron-Variante. Auch für Geimpfte und Genesene gelten in Hamburg deshalb über die Feiertage neue Regeln: Nur noch zehn bis 20 Menschen dürfen sich privat treffen

Angst vor Omikron? Hamburger wollen keinen Lockdown

Doch was halten Hamburgerinnen und Hamburger von der Lage? Dozentin Jessica Stier (48) aus Eppendorf hat gerade ihre Booster-Impfung hinter sich – Angst vor Omikron habe sie deshalb keine. „Große Feiern zu verbieten, finde ich jetzt durchaus begründet, aber einen weiteren Lockdown will ich nicht!“

Dozentin Jessica Stier (48) aus Eppendorf ist frisch geboostert – und hat keine Angst vor Omikron.
Dozentin Jessica Stier (48) aus Eppendorf ist frisch geboostert – und hat keine Angst vor Omikron.

Nach den Partys und Großveranstaltungen im Sommer fände sie es falsch, strikte Beschränkungen durchzusetzen. „Das wäre kompletter Irrsinn nach den Riesen-Partys und Weihnachtsmärkten – Kontaktbeschränkungen sind nicht angemessen!“

„Jeder muss aufpassen!“

Im Stadtpark unterwegs ist am Montag auch Francesca Kutschera (25) aus Winterhude. Die Modedesign-Studentin hat kürzlich im Rahmen ihres Bachelors Fotoshootings organisiert, bei denen sie bereits fleißig getestet hat. So soll es nun auch weitergehen: „Ich habe keine Angst vor Omikron, aber man hat nun mal eine Verantwortung, wenn man sich in Gruppen trifft – da muss jeder aufpassen!“ Einen erneuten Lockdown will sie sich nicht vorstellen, „ich glaube nicht, dass das wirtschaftlich noch tragbar wäre“, so die 25-Jährige. Sie wünscht sich stattdessen noch mehr Aufklärung und Zugänglichkeit zur Impfung. 

Francesca Kutschera (25) aus Winterhude will sich für die Feiertage mit der Familie fleißig auf Corona testen. Einen Lockdown fände sie unangebracht.
Francesca Kutschera (25) aus Winterhude will sich für die Feiertage mit der Familie fleißig auf Corona testen. Einen Lockdown fände sie unangebracht.

Gemeinsam mit Kutschera und Hund ist auch Medizin-Student Eugen Ziegler (26) bei dem gutem Wetter im Stadtpark unterwegs. Er halte das 2G+ Modell für die Feiertage für eine gute Option. „Man könnte Dreifachgeimpfte vielleicht außen vor lassen und für Ungeimpfte die Regeln verschärfen“, so der Rahlstedter. „Einen kompletten Lockdown möchte ich nicht haben.“

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Die 48-jährige Andrea aus Barmbek, die ihren Nachnamen anonym halten möchte, hat ebenfalls genug von Beschränkungen von außen. „Wir brauchen mehr Eigenverantwortung!“, findet sie. Die Kaufmännische Angestellte will keine Versprechungen der Politik mehr hören, keine weiteren Verbote. „Es ist ja eigentlich selbstverständlich, dass große Treffen jetzt nicht angebracht sind, aber ein Lockdown ist jetzt nicht die Lösung“, findet sie.

Andrea (48) aus Barmbek fordert mehr Eigenverantwortung aus der Gesellschaft. „Passt auf euch auf und übernehmt Verantwortung!“
Andrea (48) aus Barmbek fordert mehr Eigenverantwortung aus der Gesellschaft. „Passt auf euch auf und übernehmt Verantwortung!“

„Passt auf euch auf und übernehmt Verantwortung!“ Sie wolle sich auf sich selbst konzentrieren und dabei nach dem Motto „Je kleiner die Runde, desto besser“ handeln. Verbote und ein Lockdown seien nun nicht mehr „der richtige Weg“.


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Swantje M. (34) treffen wir beim Sonnen-Fotos schießen. Die Kaufmännische Angestellte aus Barmbek-Nord erzählt, dass sie zum boostern nach Lüneburg gefahren ist. Dort sind die Auffrischungs-Impfungen bereits ab vier Wochen nach der zweiten Impfung erlaubt. „Hamburg ist eh schon so streng, das sieht man ja bei den Booster-Impfungen. Da wären auch verschärfte Maßnahmen vorher nötig gewesen!“

M. hätte sich gewünscht, dass für Weihnachtsmärkte eher die 2G Regel eingeführt worden und ein schnelleres Boostern in Hamburg möglich wäre. Jetzt starke Verschärfungen umzusetzen, halte sie für unangebracht: „So einen Hammer jetzt vor den Feiertagen will ich nicht, man hätte schon eher andere Regeln durchsetzen können“.

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