„Hinz&Kunzt“ hat ab sofort ein neues Zuhause.
  • „Hinz&Kunzt“ hat ab sofort ein neues Zuhause.
  • Foto: Patrick Sun

Neues Zuhause für Obdachlose: Hinz&Kunzt zieht um

Sie tingeln durch U-Bahnen, Cafés, Restaurants. Die Verkäufer:innen des Straßenmagazins „Hinz&Kunzt“ kennt wohl jeder Hamburger. Sie gehören zu einem heißen Galao in den Szenevierteln quasi dazu. Nun bekommt die Redaktion des Magazins ein neues Zuhause. Und das Besondere: Die Verkäufer:innen ziehen direkt mit ein.

Das Hamburger Straßenmagazin zieht von der Altstädter Twiete in die Minenstraße im Stiftviertel. Entstanden sind fünf Wohngemeinschaften und eine Familienwohnung, in denen drei bis fünf Personen zusammenleben können. Alle Bewohner haben ein eigenes Zimmer, teils sogar mit eigenem Badezimmer. In der ersten Etage des Gebäudes finden die Redakteur:innen ihren Arbeitsplatz. „Damit geht für uns ein Traum in Erfüllung: Wir haben endlich ein Haus, das Geschäftsstelle und Wohnraum vereint“, so Geschäftsführer Jörn Sturm.

Dirk Ahrends, Jörn Sturm und Stephan Karrenbauer (v.li.) „Hinz&Kunzt“ hat ab sofort ein neues Zuhause.
Dirk Ahrends, Jörn Sturm und Stephan Karrenbauer (v.li.) „Hinz&Kunzt“ hat ab sofort ein neues Zuhause.

Hamburger Straßenmagazin: Obdachlose hatten Mitspracherecht

Aufgenommen werden alle, die langfristig Interesse an einem WG-Leben haben und wohnungslos sind. Über die Zusammensetzung der Wohngemeinschaften entscheidet das Team aus der Hinz&Kunzt-Sozialarbeit. Fast alle 24 Plätze sind bereits vergeben. Bei der Gestaltung hatten die zukünftigen Bewohner:innen ein Wörtchen mitzureden. „Wir haben die Obdachlosen gefragt, was für Möbel sie sich vorstellen. Und so wurde gemeinsam ein Konzept entwickelt“, so Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter.


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Die Innenarchitekten Gerrit Kuhn und Eric Pfromm haben schließlich die Gestaltung in die Hände genommen. „Die Schränke gibt es in zwei verschiedenen Blautönen. Wir dachten uns, Blau mag jede:r“ sagt Kuhn. Viele Möbelstücke sind aus Echtholz, damit diese stark belastbar sind und eine lange Lebensdauer haben.

Die Räume sind mit einer Gemeinschaftsküche, einem Aufenthaltsraum und einem Balkon ausgestattet. Sie sind modern und hell. „Uns war wichtig, dass sich jede:r wohl fühlt. Sogar unsere Mitarbeiter:innen sagen ,Hier würde ich auch einziehen’“, so Dirk Ahrends, Herausgeber der Zeitung.

Gerrit Kuhn und Eric Pfromm (v.li.)
Gerrit Kuhn und Eric Pfromm (v.li.) sind die Innenarchitekten des Wohnhauses.

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Mehr als zehn Jahre lang war der Verlag auf der Suche nach einer neuen Bleibe, in der auch die Obdachlosen unterkommen können. Am ersten Oktober ist es endlich soweit: Dann zieht „Hinz&Kunzt“ in die Räumlichkeiten im Stiftviertel. „Wir sind sehr gespannt auf unser Experiment“, so der Sozialarbeiter Karrenbauer.

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