Dieses Projekt soll für frischen Wind sorgen rund um den S-Bahnhof Veddel: der „Hafenbahnpark“ (Visualisierung)
Dieses Projekt soll für frischen Wind sorgen rund um den S-Bahnhof Veddel: der „Hafenbahnpark“ (Visualisierung)
  • Dieses Projekt soll für frischen Wind sorgen rund um den S-Bahnhof Veddel: der „Hafenbahnpark“ (Visualisierung)
  • Foto: PONNIE; LIN Architekten Urbanisten

Neubauprojekt „Hafenbahnpark“: Hier geht nichts voran

Dieser Neubau wäre ein Gewinn für das lange vernachlässigte Gebiet rund um den S-Bahnhof Veddel: An der Hafenbahn will die Stadt ein neues Quartier errichten. Die Entwürfe: vielversprechend. Doch zur Zeit geht es auf dem Areal in eine völlig andere Richtung.

Es soll ein neues Vorzeigeprojekt in Sachen sozialer Wohnungsbau werden: Jenseits der Wohnhäuser entlang der Harburger Chaussee möchte das städtische Unternehmen Fördern & Wohnen (F&W) das neue Quartier „Hafenbahnpark“ errichten. Vor allem Geflüchtete und Wohnungslose sollen in die bis zu 350 geplanten Wohnungen einziehen. Mit einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro peilte F&W die Fertigstellung für 2024 an.

Eine Notunterkunft als Zwischennutzung

Für das Projekt musste zunächst eine Folgeunterkunft für Wohnungslose weichen, die das Unternehmen ebenfalls betrieb. Die baufälligen Häuser wurden 2020 geräumt und im vergangenen Jahr abgerissen.

Der Neubau könnte eigentlich beginnen, doch ist davon nichts zu sehen. Im Gegenteil: Auf dem Areal wurden Wohncontainer aufgestellt. Diese würden „zeitlich begrenzt als Not-Standort für Schutzsuchende aus der Ukraine genutzt“, sagt F&W-Sprecherin Yvonne Ehnert gegenüber der MOPO. Das Vorhaben sei durch diese Maßnahme nicht betroffen, doch werde der Hochbau nicht vor 2024 beginnen. „Die Baukosten werden höher sein als ursprünglich geplant“, ergänzt ihre Kollegin Susanne Schwendtke.

Bislang wenig einladend: Die neue Flüchtlingsunterkunft An der Hafenbahn / Patrick Sun
Flüchtlingsunterkunft
Bislang wenig einladend: Die neue Flüchtlingsunterkunft An der Hafenbahn

Dass das Projekt nicht unbedingt störungsfrei voranschreiten würde, zeigte bereits die Auflösung der alten Unterkünfte: Die 168 Bewohner protestierten gegen die Räumung.

„Wir wissen, dass es schwer für diese Menschen ist, hier wegzuziehen“

Madeleine Does von der Poliklinik Veddel kritisierte damals: „Entgegen aller Zusagen von F&W wurden die Bewohner*innen weder frühzeitig informiert noch ein Gespräch mit Ihnen gesucht.“ Die „durch ihre komplexen Lebenslagen besonders vulnerablen“ Menschen würden für den Neubau verdrängt. F&W versicherte, die Bewohner hätte man „seit Frühjahr 2019 wiederholt brieflich und in Einzelgesprächen“ über die anstehende Räumung informiert. „Ich weiß, dass das schwer für diese Menschen ist, hier wegzuziehen“, so Schwendtke.

Auch der Senat beteuerte, dass Gespräche rechtzeitig stattgefunden hätten. Die bisherigen Bewohner könnten sich nach Fertigstellung des Quartiers „gezielt auf die für sie infrage kommenden Wohneinheiten bewerben“.

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Doch legt die derzeitige Situation nahe, dass die ehemaligen Bewohner auf diese Möglichkeit noch länger werden warten müssen.

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