Große Freiheit auf St. Pauli plakatiert
  • Der Club Große Freiheit 36 auf St. Pauli ist über und über mit Plakaten gegen die Corona-Maßnahmen beklebt.
  • Foto: privat/hfr

Verschwörungsplakate und Boykott: Große Freiheit 36 setzt Belohnung aus

Im vergangenen Jahr fielen die beiden Kiezkultläden „Große Freiheit 36“ und das „Docks“ vor allem mit Verschwörungsplakaten auf. Daraufhin stellte sich im März eine Vielzahl von namenhaften Veranstaltern in einem offenen Brief gegen die Clubs. In einem Facebook-Post wehrt sich die Große Freiheit jetzt – und setzt eine Belohnung von 1000 Euro aus.

Zuvor hatten sich unter anderem FKP Scorpio Konzertproduktionen, die Karsten Jahnke Konzertdirektion, STP Hamburg Konzerte, Inferno Events/Reeperbahn Festival und River Concerts zusammengeschlossen und den Boykott der beiden Spielstätten verkündet. Die Veranstalter sind laut eigener Aussage für mehr als 90 Prozent des Bühnenprogramms des „Docks“ und der „Großen Freiheit 36“ verantwortlich.

Große Freiheit 36 wehrt sich in einem Post auf Facebook

Ein Plakat erregte besonders viel Aufsehen: „Stopp Lockdown: Bewaffnet euch mit Wissen“, darunter Webadressen von Blogs, die in der Querdenker-Szene sehr gefeiert werden, zum Beispiel von Boris Reitschuster oder KenFM. Besonders groß zu lesen: „Bewaffnet euch“. Dieses Plakat entfernte das „Docks“ allerdings nach ein paar Tagen wieder. Auf anderen Plakaten konnte man von einer „medizinisch fragwürdigen Maskenpflicht“ lesen.

Und jetzt also dieser Facebook-Post. Laut eigener Aussage haben das „Docks“ und die „Große Freiheit 36“ in einem Schreiben die Konzertveranstalter und das Hamburger Clubkombinat, in dem fast alle Clubs der Stadt vertreten sind, dazu aufgefordert, „endlich sachlich und nicht nur diffamierend zu den Plakaten Stellung zu nehmen“. Sie hätten sich lediglich kritisch mit der Lockdown-Politik und dem derzeitigen Zustand der Meinungsfreiheit geäußert. Das Clubkombinat hatte sich in der Vergangenheit von den Aussagen der Clubs distanziert.

Nach Verschwörungsplakaten: „Große Freiheit 36“ setzt 1000 Euro Belohnung aus

Den Vorwurf, sie würden sich mit Rechtsextremen gemeinmachen, beschreibt der Club als „abstrus und haltlos“. Deshalb setzt die Große Freiheit 36 jetzt 1000 Euro Belohnung aus. Für was?

„Die bezahlen wir an diejenige Person, die uns sachlich und nachvollziehbar darlegt und damit beweist, dass ein Inhalt oder ein Autor, der in unserer Wandzeitung Erwähnung findet, rassistisch, antisemitisch oder faschistisch ist. Hierfür haben wir auf unserer Website eine Kommentarfunktion eingestellt“, heißt es.

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Die Kommentare unter dem Facebook-Post wiederum sind ziemlich gemischt, die meisten kritisieren allerdings die Haltung der Clubs. „Ich schäme mich so sehr, mal für euch gearbeitet zu haben“, schreibt eine Nutzerin. „Ganz Hamburg lacht über euch. Alles, worauf man jetzt noch hoffen kann, ist ein baldiger Inhaberwechsel.“

Ein anderer stimmt zu: „Euer Ruf ist ruiniert, unwiederbringlich bis in alle Zeit. Ein Schlag ins Gesicht für all die Hinterbliebenen der Toten der Pandemie.“ Einige User posten Quellen, die belegen, dass zum Beispiel gegen KenFM Antisemitismus-Vorwürfe laut geworden waren.

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