• Trotz Senkung der Umsatzsteuer bleiben die Ticketpreise beim HVV unverändert. 
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Nach Verlusten während der Corona-Krise: Steuersenkung für HVV-Kunden? So ist der Stand

Seit Mittwoch gilt in ganz Deutschland die Mehrwertsteuersenkung um drei Prozent. So sollen Kaufanreize für Kunden geschaffen werden, damit die Unternehmen nach der Corona-Krise wieder größere Umsätze erzielen. Nicht alle Betriebe geben dabei die Preissenkung an ihre Kunden weiter. Besonders auffällig: bei den Verkehrsbetrieben in Hamburg gibt es kaum Preissenkungen.

Nahverkehr Hamburg hatte eine Umfrage unter den Hamburger Mobilitätsdienstleistern zu diesem Thema veröffentlicht, mit ernüchterndem Ergebnis: fast keines der befragten Unternehmen gibt die Steuersenkung direkt an ihre Kunden weiter. Teilweise gib es wenigstens Ausgleichsangebote.

Keine Vergünstigungen beim HVV

So bleiben unter anderem die Preise für HVV-Tickets vorerst unverändert. Der Betrieb sei stark differenziert, daher wäre eine kurzfristige Preissenkung nicht umsetzbar, erklärt Silke Seibel, Sprecherin des Hamburger Verkehrsverbundes. Unklar ist noch, ob die Fahrgäste zukünftig mit Vergünstigungen rechnen können.

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„Es wird momentan geprüft“, so Seibel weiter, eine Tendenz gebe es da aber noch nicht. Man müsse auch bedenken, dass der HVV während der Corona-Krise hohe Verluste verzeichnen musste, weil das volle Fahrplanangebot trotz geringer Fahrgastzahlen aufrechterhalten wurde.

Nach Corona-Neustart: Moia-Fahrer noch in Kurzarbeit

Auch der Ridesharing Anbieter Moia gibt die drei Prozent nicht an die Fahrgäste weiter. „Die Weitergabe der Senkung der Mehrwertsteuer wäre in der aktuellen Lage das falsche Signal an unsere Mitarbeiter“,sagt Jennifer Langfeldt, Sprecherin von Moia.

Teile der Belegschaft seien immer noch in Kurzarbeit, nachdem das Unternehmen wegen Corona für zwei Monate den Betrieb einstellen musste. „Oberstes Ziel ist für uns, den Regelbetrieb weiter hochzufahren und die Kurzarbeit für unsere Fahrer zu beenden“, so Langfeldt.

Unterschiedliche Ansätze bei Carsharing-Anbietern 

Einer von Hamburgs größten Carsharing Anbietern ShareNow verzichtet ebenfalls auf die direkte Weitergabe der Steuersenkung. „Die Ersparnis für den Kunden ist minimal“, begründet Niklas Merk, Sprecher von ShareNow die Entscheidung. Stattdessen gibt der Anbieter die Ersparnis in Form einer zeitlich begrenzten Sommer-Aktion an die Kunden zurück.

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Während des Aktionszeitraums wird den Kunden die gesamte Mehrwertsteuer auf Stunden- und Tagestarife erlassen – die beliebten Minutentarife betrifft die Aktion allerdings nicht.

Die Autovermietung Sixt hingegen, die auch Carsharing anbietet, senkt die Mehrwertsteuer für Kunden auf 16 Prozent. „Wir werden die Mehrwertsteuersenkung in allen Bereichen an unsere Kunden weitergeben“, so Stefanie Seidlitz, Sprecherin von Sixt. Genaue Angaben zur Preisstruktur wollte das Unternehmen nicht machen.

Preis für E-Scooter bleibt gleich

Der E-Scooter Anbieter Tier behält trotz der Steuersenkung die alten Preise bei. Durch die Corona-Krise hätte es starken Rückgang bei der Nachfrage gegeben, daher werde die Mehrwertsteuersenkung nun in die Verbesserung des Services investiert.

„Wir glauben, dass die staatlichen Maßnahmen darauf abzielen, Bürgern und Unternehmen gleichermaßen zu helfen“, erklärt David Krebs, Sprecher des Unternehmens. 

Kompensations-Angebote bei StadtRad

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StadtRad bietet als Ausgleich Sondertarife an Sonntagen.

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Mehr Glück haben die Hamburgerinnen und Hamburger beim Fahrrad-Verleih-Service der Deutschen Bahn. Bei StadtRad in Hamburg gibt es zwar keine direkte Preissenkung, dafür aber ein Sonderangebot in den Sommermonaten Juli, August und September.

An jedem letzten Sonntag im Monat wird der Tagespreis für die Leihräder auf fünf Euro reduziert – regulär kosten die Räder in Hamburg 15 Euro im Tagestarif. „Damit hoffen wir, eine pragmatische Lösung gefunden zu haben“, sagt ein Bahnsprecher gegenüber der MOPO.

Kaum Ersparnisse für Verbraucher 

Die meisten Verkehrsbetriebe bleiben also zurückhaltend, was die Weitergabe der Drei-Prozent-Ersparnis angeht. Nur bei wenigen Anbietern wird die Steuersenkung überhaupt weitergegeben, meist auch nicht direkt, sondern über Kompensationsangebote.

Und das, obwohl die Maßnahme des Bundes ausdrücklich als Kaufanreiz für die Kunden gedacht war, um den Konsum nach Corona wieder anzukurbeln.

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