Die Wand, vor der Kadir H. gewaltsam festgenommen wurde, weil er mit einem E-Roller auf dem Gehweg fuhr und sich der Polizei widersetzte.
  • Die Wand, vor der Kadir H. gewaltsam festgenommen wurde, weil er mit einem E-Roller auf dem Gehweg fuhr und sich der Polizei widersetzte.
  • Foto: Basti Müller

Nach Kadir-Festnahme: Wand in Hamburg erst übermalt – und dann mit Parolen beschmiert

Neustadt –

Am Montag vor einer Woche ist der 15-jährige Kadir H. vor dieser Wand in den Kohlhöfen von mehreren Polizisten zu Boden gedrückt und festgenommen worden. Ein Video von dem Vorfall ging viral und löste eine Debatte über Polizeigewalt aus. Nun ist die Hauswand am vergangenen Wochenende von Unbekannten übermalt worden.

Bei der gewaltsamen Festnahme des 15-jährigen Hamburgers Kadir H. vor genau einer Woche hatte auch die Hauswand im Hintergrund für Aufsehen gesorgt. Grund dafür ist die Parallele des Vorfalls in der Neustadt mit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, der dieses Jahr durch Polizeigewalt in den USA verstarb.

Gewaltsame Festnahme in Hamburg: George Floyds letzte Worte auf Wand zu sehen

Auf der Wand im Video zu lesen sind Floyds letzte Worte „Please I can’t breathe!“ mit dem Zusatz „In memory of George Floyd“ („Bitte, ich kann nicht atmen! In Erinnerung an George Floyd“).

Hamburg Neustadt Polizei Einsatz Kritik

Screenshot aus dem Video, das den Polizeieinsatz in der Hamburger Neustadt zeigt.

Foto:

Youtube / Screenshot

Gleichzeitig ist der auf dem Boden liegende 15-Jährige zu hören. „Ich krieg keine Luft, ich krieg keine Luft“.

Hamburg: Wand mit Zitat von George Floyd übermalt

Nun ist die Wand am vergangenen Wochenende übermalt worden. Nach Informationen der MOPO soll sie von Freitag zu Sonnabend zunächst grau grundiert worden sein, in der darauffolgenden Nacht seien die Anti-Polizei-Parolen „ACAB“ (Abkürzung für „all cops are bastards“ – „alle Polizisten sind Bastarde“), „Stoppt rassistische Polizeigewalt“ und das Anarchie-Symbol hinzugekommen sein.

Polizisten beobachten die Demo in der Hamburger Innenstadt.

Polizisten beobachten die Demo in der Hamburger Innenstadt.

Foto:

Röer

In der laufenden Debatte hatten sich am Samstag laut Polizei rund 250 Menschen am Holstenwall getroffen, um sich mit dem 15 Jahre alten Jungen zu solidarisieren und gegen rassistische Polizeigewalt zu demonstrieren. Rund 50 Teilnehmer seien dann gegen 16 Uhr durch die Kohlhöfen marschiert. Als sie dort bemerkten, dass Floyds letzte Worte übermalt wurden, verdächtigten sie die Hamburger Polizei, die Wand bemalt zu haben. Doch dort weist man diesen Vorwurf von sich. 

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Hamburger Ladenbesitzer kritisieren Graffito gegen Polizeigewalt

Zum neuen Graffito gehen die Meinungen in den Kohlhöfen auseinander. Während einigen Anwohnern das Graffiti kaum aufgefallen sei, kritisieren lokale Geschäftsführer den Vandalismus am Nachbargebäude. „Wir sind auf 180“, sagt ein Ladenbesitzer. 

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