AWN-Geschäftsführer Christoph Steinkuhl während der „Hamburg Boat Show“ 2022.
AWN-Geschäftsführer Christoph Steinkuhl während der „Hamburg Boat Show“ 2022.
  • AWN-Geschäftsführer Christoph Steinkuhl während der „Hamburg Boat Show“ 2022.
  • Foto: Screenshot Youtube/AWNiemeyer Wassersport

Nach 278 Jahren: Hamburger Bootsausrüster insolvent

Ein Hamburger Traditions-Unternehmen steckt in groén Schwierigkeiten: A. W. Niemeyer (AWN) hat Insolvez angemeldet. Dem Yacht- und Bootsausrüster aus Stellingen machen unter anderem die Pandemie und die Folgen des Kriegs gegen die Ukraine zu schaffen. Trotzdem besteht noch Hoffnung für die Zukunft des 1745 gegründeten Unternehmens.

Am Montag hat AWN-Geschäftsführer Christoph Steinkuhl die Insolvenz beim Hamburger Amtsgericht beantragt. „Aufgrund von mehreren Corona-Lockdowns und Lieferengpässen waren viele nachgefragte Artikel erst nach Ende der Saison für unsere Kunden verfügbar. Erschwert wurde die Situation durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, insbesondere die erhebliche Kaufzurückhaltung durch Inflation, allgemeine Unsicherheit und die allgegenwärtigen Kostensteigerungen“, erklärte Steinkuhl. Zuerst hatte das Fachmagazin „Float“ berichtet.

Hamburg: A. W. Niemeyer ist insolvent – aber mit Zukunft?

Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist Stefan Denkhaus bestellt worden. Der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht hatte sich zuletzt schon um das gescheiterte Restaurant von Steffen Henssler und Marcell Jansen gekümmert.

Die Insolvenz sei professionell vorbereitet worden und es gebe „großes Investoreninteresse“, sagte Denkhaus der MOPO. „Unser Ziel ist es, das Unternehmen mittels eines strukturierten Investorenprozesses neu aufzustellen.“ Der Betrieb – somit auch die 115 Jobs – sei bis Ende März über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert. Danach soll A. W. Niemeyer die Gehälter wieder selbst tragen können. Für Kund:innen ändere sich vorerst nichts.

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Bereits in den vergangenen Jahren lastete offenbar großer finanzieller Druck auf dem Hamburger Unternehmen. Im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 nennt die Firma einen Fehlbetrag von 1,34 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete der seit 1745 existierende Bootsausrüster sogar ein Minus von 3,8 Millionen Euro.

„In 2018 und 2019 hat das Unternehmen zur Neuausrichtung und langfristigen Stärkung des E-Commerce-Bereichs bewusst hohe Investitionen mit daraus zu erwartenden resultierenden Verlusten geplant“, heißt es im Jahresabschluss. Obwohl sich sogar mehr Menschen für Wassersport interessieren würden, brachte die Restrukturierung brachte offenbar nicht den benötigten Erfolg.

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