Milchbauer Hauke Jaacks droht Haus und Hof in Rissen zu verlieren.
  • Milchbauer Hauke Jaacks droht Haus und Hof in Rissen zu verlieren.
  • Foto: Florian Quandt

Milchbauer bangt um Hof: Gericht weist Klage ab

Aus dem Bauernhof der Familie Jaacks will ein Investor einen Reiterhof machen. Dagegen hatte Landwirt Hauke Jaacks (59) geklagt. Am Freitagvormittag wurde der Streitfall vor dem Hamburger Verwaltungsgericht verhandelt – und die Klage abgewiesen. Aufgeben will die Bauernfamilie ihren Hof in Rissen aber noch nicht.

„Es ist das passiert, was wir erwartet haben“, erklärt Hauke Jaacks gegenüber der MOPO. Er hofft allerdings, dass der Fall mit der Zurückweisung der Klage noch nicht abgeschlossen ist. Rechtliche Möglichkeiten hätte er jedenfalls: Er könnte gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Einspruch erheben. Sogar eine Verfassungsklage wäre möglich. „Wir haben uns aber noch nicht beraten, wie wir weiter vorgehen wollen“, sagte Jaacks unmittelbar nach dem Gerichtstermin.

Hamburg: Milchbauer kämpft um seinen Hof in Rissen

Vor 16 Jahren hat die Familie ihren Milchviehbetrieb mit 340 Kühen und Rindern in Rissen gepachtet. Er ist einer der letzten landwirtschaftlichen Betriebe innerhalb der Hamburger Landesgrenzen. Vor zwei Jahren verkaufte die Verpächterin den Hof an einen stadtbekannten Investor, der ein Konzept für einen Pferdehof vorlegte – und die Wirtschaftsbehörde stimmte zu. Sie hatte den Betrieb des Pferdehofes als landwirtschaftliche Nutzung anerkannt. Ein Vorkaufsrecht für die Jaacks gab es nicht – also klagte die Bauernfamilie gegen die Entscheidung der Stadt.


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Für Hauke Jaacks und seine Familie geht es um die Existenz. Aber das Problem reicht noch viel weiter: In Hamburg gibt es nur noch zehn Bauernhöfe mit Kühen. Die Stadt wird mittlerweile größtenteils aus dem Umland versorgt. Für ihre Klage erhielt der Milchviehbetrieb daher auch Unterstützung von der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“.

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Der Verein sieht außerlandwirtschaftliche Investoren gegenüber aktiven Landwirten bevorteilt – und damit die regionale Versorgung mit Lebensmitteln auf lange Sicht gefährdet. Denn Jaacks wird nicht der letzte Bauer sein, der um den Fortbestand seines Hofs kämpfen muss.

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