Die Hauptkirche St. Michaelis ist eines der Wahrzeichen von Hamburg.
  • Die Hauptkirche St. Michaelis ist eines der Wahrzeichen von Hamburg.
  • Foto: picture alliance / Frank May

Michel in der Corona-Krise: So viele Hamburger helfen ihrem Wahrzeichen

Die Corona-Pandemie hatte im Frühjahr auch Hamburgs Hauptkirche St. Michaelis, dem „Michel“, zu schaffen gemacht. Es kamen deutlich weniger Besucher, Veranstaltungen fielen aus – und damit auch Spenden. Die Kirche funkte SOS.

„Im vergangenen Jahr haben seit April etwa 1500 Menschen unsere Aktionen unterstützt und zusammen mehr als 500.000 Euro gespendet. Damit sind wir gut über das Jahr gekommen“, sagte Michael Kutz, Geschäftsführer der Stiftung St. Michaelis, am Freitag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Dank unzähliger Spenden hat der Hamburger Michel trotz der enormen Einnahmeausfälle wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr jeden Tag seine Pforten öffnen können.

Bei der Aktion „Rettungsring“ konnten sich Spender als Paten für die Ringe eintragen lassen.

Bei der Aktion „Rettungsring“ konnten sich Spender als Paten für die Ringe eintragen lassen.

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dpa

Hilfe für den Michel: Mehr als 3000 Spenden

Mehr als 3000 Spenden seien im Michel eingegangen, seit die Hamburger Kirche im Frühjahr ihr SOS-Signal gefunkt hatte. Wegen der Pandemie hatte sie deutlich weniger Spenden und Eintrittsgelder eingenommen. Auf diese Gelder ist das Gotteshaus jedoch angewiesen, denn nur 15 Prozent der Ausgaben werden durch die Kirchensteuer finanziert.

Hamburg: Wichtiges Signal der Zuversicht für das Michel-Team

Um dennoch die Kirche an der Hafenkante öffnen sowie Gottesdienste und kostenlose Angebote wie den Türmer, die Orgelmusik in der Mittagsandacht und die Michel-Küster aufrechterhalten zu können, hatte die Kirche die Aktionen „Rettungsring“ und „Michel-Groschen“ ins Leben gerufen.

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Das Ziel war, 50.000 Euro pro Monat einzusammeln. „800 Menschen haben zum ersten Mal für uns gespendet“, sagte der 56-jährige Geschäftsführer weiter. Allein 140.000 Euro an Spenden gingen dabei online ein. Dieser breite Rückhalt aus der Bevölkerung sei gerade in den schweren Zeiten ein starkes und wichtiges Signal der Zuversicht für das Team gewesen.

Aktion Rettungsringe sammelt Spenden für den Michel

Über die Aktion „Rettungsringe“ konnten sich Menschen für mindestens 36,50 Euro als Paten für die Ringe von teils berühmten Schiffen aus dem Hamburger Hafen eintragen lassen.

„Gerade gestern habe ich den 59. Ring in der Kirche aufgehangen“, so Kutz. Die Rettungsringe brachten über rund 450 Paten etwa 45.000 Euro ein. Die Versteigerung eines Oldtimers des 2019 gestorbenen Hamburger Kult-Schauspielers Jan Fedder erhöhte die Einnahmen um rund 61.000 Euro.

Da die Corona-Pandemie weiter anhält, gehen auch die Spenden-Aktionen des Michels weiter. „Wir verlängern die Kampagnen bis in den Sommer hinein und hoffen, dass die Menschen an unserer Seite bleiben und der eine oder andere vielleicht noch dazu kommt.“ (dpa/abu)

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