Männer vor Drogeneinrichtung niedergeschossen: Zwei Männer angeklagt
Männer vor Drogeneinrichtung niedergeschossen: Zwei Männer angeklagt
  • Die Angeklagte sitzt am Freitag in einem Saal im Hamburger Landgericht.
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa pool | Marcus Brandt

Messerattacke auf Ex-Freund: Frau (33) zu langer Haftstrafe verurteilt

Sie soll ihren Ex-Freund im Streit mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Jetzt wurde eine 33-Jährige vor dem Hamburger Landgericht zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Im Prozess bestritt sie die Tat.

Das Hamburger Landgericht verurteilte die Frau zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Sie habe sich des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Frau das Aus der Beziehung nicht akzeptieren wollte und dem Mann deshalb nachgestellt habe. Die Angeklagte muss zudem mehr als 10.000 Euro an das Opfer zahlen.

Hamburg: Auf Ex-Freund eingestochen – mehrjährige Haft für Angeklagte

Der Messerattacke an der Marktstraße am späten Abend des 12. Mai war ein Streit vorausgegangen. Rettungskräfte fanden den schwer verletzten 32-Jährigen gegen 23.15 Uhr am Boden liegend, nachdem Passanten den Notruf verständigt hatten. Da er eine lebensgefährliche Verletzung an der Leber erlitt, musste er notoperiert werden. Die Angeklagte war zwei Tage nach der Tat von Zielfahndern in einer Wohnung in Billstedt festgenommen worden.

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Vor Gericht erklärte die Angeklagte, dass sie ihn wegen eines möglichen Flirts mit einer anderen zur Rede stellen wollte. So sei ihr Ex-Freund wütend auf sie zugelaufen und habe sie geschlagen und an den Haaren gezerrt, nachdem eine Freundin ihn zuvor aus der Wohnung geklingelt hatte. Deshalb habe sie sich mit Pfefferspray gewehrt. „Es war ein heftiges Gerangel. Es war ein Hin und Her“, erklärte sie.

Überfall im Mai: Die Polizei sperrte den Tatort im Karoviertel ab. Hamburg-News
Eine Blutlache liegt auf der Treppe vor einer Haustür
Überfall im Mai: Die Polizei sperrte den Tatort im Karoviertel ab.

Im Zuge dessen habe der damals 32-Jährige ein Messer fallen lassen, das sie gegriffen habe. Im Prozess hatte die Frau über ihre Verteidiger erklären lassen, dass sie keinen Stich bewusst geführt oder einen Schmerzensschrei wahrgenommen habe. In der verlesenen Erklärung betonte sie zudem, sie habe das Messer nicht mitgebracht: „Das will ich ausdrücklich sagen.“

Der Richter erklärte indes bei der Urteilsverkündung, dass die Frau das Aus der Beziehung nicht akzeptieren wollte und dem Mann deshalb nachgestellt habe. Sie kontaktierte auch eine Bekannte ihres Ex, weil sie glaubte, diese sei seine Neue. Die Frau bestritt das, willigte aber schließlich ein, mit der Angeklagten am Abend des 12. Mai 2022 zusammen zu der Wohnung des Mannes im Karoviertel zu fahren und dort ein klärendes Gespräch zu dritt zu führen.


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Der Mann sei in Wut geraten und habe ihr vor der Haustür eine Ohrfeige verpasst. Die Angeklagte habe daraufhin ein Pfefferspray eingesetzt. Als sich der Mann wegen einer Augenreizung abwandte, habe sie ein von ihr mitgebrachtes Messer gezogen und zugestochen. Auch die inzwischen hinzugeeilte Mutter des Mannes sei mit Pfefferspray besprüht worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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