Polizisten tragen einen Klimaaktivisten vom besetzten Braunkohleort Lützerath weg.
Polizisten tragen einen Klimaaktivisten vom besetzten Braunkohleort Lützerath weg.
  • Polizisten tragen einen Klimaaktivisten vom besetzten Braunkohleort Lützerath weg.
  • Foto: dpa

Kommentar zu Lützerath: Das ist die falsche Schlacht

Die Klimabewegung hat Lützerath zur Schicksalsschlacht im Kampf gegen die Erderwärmung aufgeladen. Für die schwarz-grüne Regierung in Nordrhein-Westfalen geht es ebenfalls um Existenzielles: die Durchsetzung von Recht und die Verbindlichkeit politischer Kompromisse.

Beides ist auch für die Umsetzung der Energiewende, die allerorten auf Widerstand von Anwohnern und Umweltschützern trifft, entscheidend. Die Bilder aus Lützerath erinnern an die Anti-Atom-Proteste vor 40 Jahren, das Engagement vieler Aktivisten nötigt Respekt ab. Und doch ist es die falsche Schlacht. Für das Klima ist es recht unerheblich, ob „Lützi” weggebaggert wird oder nicht.

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Die Kohle dort feuert Braunkohlekraftwerke an. Ohne diese wäre im Dezember in Teilen Deutschlands der Strom ausgefallen, da es wochenlang weder Sonne noch Wind gab. Wegen des Gasmangels und des Atomausstiegs wurden Meiler sogar aus der Reserve geholt. Je schneller wir aus der Kohle aussteigen, desto besser. Das entscheidet sich aber nicht in Lützerath, sondern bei der Frage, wie zügig wir die Erneuerbaren aus- und eine konkurrenzfähige Wasserstoffversorgung aufbauen, wie günstig wir in der Zwischenzeit Gas beschaffen und ob wir die Atomkraft doch länger nutzen.

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