Türkische Gastarbeiter treffen in Deutschland ein
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Gastarbeiterabkommen: Eine Geschichte von großem Mut

Wenn ich zu meiner Oma komme, weht mir meistens aus der Küche ein Duft von Knoblauch und Zwiebeln entgegen. Die Schränke sind voll mit Nudeln, Kartoffeln. Ich scherze, dass wir uns, wenn Krieg ausbricht, bei ihr verstecken werden.

Der Hintergrund ist ernst: Meine Oma kommt aus einfachen Verhältnissen. Sie verließ ihr Dorf in der Türkei und folgte ihrem Mann nach Hamburg in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Er ließ sie mit drei Kindern sitzen, ungewisse Jahre der harten Arbeit mit stets gepackten Koffern folgten.

Gastarbeiterabkommen: Eine Geschichte von großem Mut

Auch mein Onkel ließ das Bekannte hinter sich, um im unbekannten Land Geld zu verdienen, schickte das meiste an die Verwandten in der Türkei. Das ist heute noch häufig so; hier arm (weiter)leben, damit es die Lieben daheim besser haben.


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Oft, so zeigt es die Geschichte der Gastarbeiter aber, entwickeln Menschen fernab ihres eigentlichen Zuhauses eine neue Dynamik, gründen Familien, verwurzeln sich – und finden im Unbekannten eine Heimat. Es ist eine Geschichte von großem Mut.

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Daher herze ich Oma immer, wenn ich sie sehe, und bin stolz auf das, was sie geschaffen hat: eine ganz neue Familiengeschichte, aus dem Nichts und allein, einen sicheren Ort für uns. Sie ist meine Heldin, eine mit Knoblauch-Zwiebel-Fingern.

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