Luftbild von Hamburg, eingezeichnet sind sechs Baugebiete
  • Aus vielen einzelnen Bauprojekten entsteht Hamburgs neues Herz.
  • Foto: FotoFrizz/HafenCity GmbH; Grafik: Mopo

Mega-Bauprojekte: Hier entsteht Hamburgs neues Herz

Vom Billebecken im Norden bis zum neuen Stadtteil Kleiner Grasbrook im Süden erstreckt sich Hamburgs neues Herzstück. Zahlreiche Mega-Projekte wie der Elbtower, der Elbdome und die bessere Vernetzung der Stadtteile sind in Planung. Die MOPO zeigt, wo welche Veränderungen anstehen.

Geprägt von breiten Verkehrsstraßen, Bahntrassen und Industrie, lädt dieser Teil des Hamburger Südens bisher kaum zum Verweilen ein. Jetzt sollen die Stadtteile Hamm, Horn, Rothenburgsort, die HafenCity, der Kleine Grasbrook und die Veddel langfristig enger zusammenwachsen.

1. Das Billebecken

Das Billebecken liegt im nördlichen Teil des Planungsgebiets. Es ist von Industrie und Gewerbe geprägt, da für viele Betriebe ein direkter Zugang zum Wasser früher strategisch entscheidend war. Inzwischen hat sich das geändert, weshalb die Uferzone am Billebecken für die Freizeitnutzung umgestaltet werden soll.

Die ehemalige Schule am Bullenhuser Damm mit ihrer Holocaust-Gedenkstätte und dem Rosengarten wird in das Areal integriert. Geplant ist außerdem die Ansiedelung von umweltverträglicher Industrie, die weder starke Gerüche noch Lärm verursacht. Bis zu 3000 Arbeitsplätze könnten hier nach Angaben der Billebogen Entwicklungsgesellschaft entstehen. Ob und wo die Stadt bauen kann ist jedoch noch offen, weil sich viele Grundstücke in Privatbesitz befinden.

2. Neuer Huckepackbahnhof

In direkter Nachbarschaft zum Billbecken ist der neue Huckepackbahnhof in Planung. Er wird von der Billebogen Entwicklungsgesellschaft auch gern als „Speicherstadt des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Einen Bahnhof gibt es hier trotz des Namens längst nicht mehr, stattdessen wird ein Gewerbegebiet der Zukunft gebaut. Produktion, Gewerbe, Start-Ups und Kreativbüros sollen hier gemeinsam Platz finden. Dazu sollen die Gebäude mehr in die Höhe als auf der Fläche wachsen und Raumhöhen zwischen 4,80 und acht Metern bieten.

Auf dem Bild ist die Visualisierung eines neuen Gebäudes in dem Areal zu sehen. Auf den unterschiedlichen Etagen gibt es unterschiedliche Nutzungsformen.
Die neuen Gebäude sollen auf verschiedenen Etagen unterschiedlich genutzt werden.

3. Industriestandort Billbrook/Rothenburgsort

Eine ähnliche Situation findet sich östlich des Billebeckens im zweitgrößten Industriegebiet Norddeutschlands Billbrook/Rothenburgsort. Auch hier will die Stadt vieles modernisieren, doch 90 Prozent der potentiellen Flächen, die für Gewerbe und Industrie nutzbar wären, befinden sich in Privatbesitz. In einem ersten Schritt entfernt das Bezirksamt Mitte jetzt die alten Schrottautos aus den Straßen.

Industriegebiet Billbrook
Das Industriegebiet Billbrook

Der Moorfleeter Kanal und der Tidekanal, die immer mehr verschlicken, will die Stadt für rund vier Millionen Euro kurzfristig wieder befahrbar machen. Zudem ist eine Aktivierung des ehemaligen Wendebeckens an der Halskestraße geplant, hier könnten zum Beispiel eine Quartiergarage oder ein Mobility-Hub – eine Art Multifunktions-Parkhaus für Autos, Fahrräder und andere Verkehrsmittel – entstehen.

4. Stadteingang Elbbrücken

Wer mit dem Auto aus dem Süden über die Elbbrücken in die Hamburger City möchte, passiert meist das sogenannte Autobahnkleeblatt. Ein riesiger Zubringer aus den 60er Jahren, über den im Sekundentakt der Verkehr rauscht. Hier will die Stadt durch den Rückbau von Verkehrsflächen Platz für Gewerbe und Wohnungen – diese auf den lärmabgewandten Arealen – schaffen.

Billhorner Brückenstraße
So könnte es hier einmal aussehen: Der Blick vom Billhorner Röhrendamm über die Billhorner Brückenstraße.

Geplant sind außerdem mehr öffentliche Wege an den Ufern sowie zahlreiche Grünzüge wie der neue Billpark und Brücken als verbindende Elemente zwischen den Stadtteilen. Eine erste Brücke von der neuen Bahnstation Elbbrücken in Richtung Entenwerder soll bereits 2023/2024 fertiggestellt werden. Auf der Veddel sind ebenfalls Neuerungen in Planung wie die Umgestaltung des Veddeler Marktplatzes rund um die alten Zollhallen. Nach MOPO-Infromationen wird im Süden der Veddel aktuell auch ein Gelände für Hamburgs neue Mega-Sportarena, den Elbdome, geprüft.

5. Elbbrückenquartier

Wenige Kilometer weiter wird einmal Hamburgs neues Wahrzeichen und höchstes Gebäude, der Elbtower, voraussichtlich ab 2025 in den Himmel ragen. Der 233 Meter hohe Turm soll Büros, Gastronomie und öffentliche Räume wie eine Aussichtsplattform beherbergen. Gemeinsam mit der gläsernen S- und U-Bahnstation Elbbrücken markiert das Bauwerk dann den Eingang zum Elbbrückenquartier.

„Roots“ im Elbbrückenquartier
So könnte das fertige Holzhochhaus „Roots“ im Elbbrückenquartier später einmal aussehen.

Neben dem Überseequartier soll dies das zweite urbane Zentrum des Stadtteils HafenCity werden. Einige Mega-Projekte sind hier ebenfalls in der Mache wie das 65 Meter hohe Wohnhaus „Roots“, das fast komplett aus Holz besteht oder das Haus „Moringa“, für dessen Bau nur recycelbare oder kompostierbare Materialien verwendet werden. 

6. Kleiner Grasbrook

Auf der südlichen Seite der Norderelbe entsteht Hamburgs neuer Stadtteil Kleiner Grasbrook. „Eine grandiose Wasserlage, ein geräumiger Park, großartige Wohnhäuser und eine neue U-Bahnanbindung werden den künftigen Stadtteil auszeichnen“, sagte Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeld (SPD) über das Projekt. 3000 neue Wohnungen eine Schule, ein Hafenmuseum, ein Sportplatz und Nahversorgungsangebote sind hier vorgesehen.

So könnte der neue Stadtteil Kleiner Grasbrook einmal aussehen.
So könnte der neue Stadtteil Kleiner Grasbrook einmal aussehen.

Im Hafentorquartier werden vor allem Gewerbegebäude angesiedelt – rund 16.000 Arbeitsplätze soll der Kleine Grasbroook einmal beheimaten. Eine weitere Besonderheit: Autos sind in dem neuen Stadtteil so gut wie unsichtbar. Kurze Wege zum nächsten Supermarkt und alternative Verkehrsmittel sollen sie beinahe unnötig machen. Wer doch mit dem Auto in die City muss, kann sein Fahrzeug voraussichtlich in unterirdischen Quartiersgaragen parken. Der Bau der Infrastruktur für den Stadtteil soll bereits 2022 starten. 

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