Menschen stehen vor dem „Drob Inn“ in Hamburg
Menschen stehen vor dem „Drob Inn“ in Hamburg
  • Das „Drob Inn“ am Hauptbahnhof in Hamburg (Archivfoto)
  • Foto: dpa | Christophe Gateau

Mann tötet Bekannten mit Drogen-Mix: jahrelange Haftstrafe

Ein Mann spritzt einem Bekannten (43) im Mai vor der Drogeneinrichtung „Drob Inn“ einen sogenannten „Speedball“ – einen Mix aus Kokain und Heroin. Der 43-Jährige stirbt an einer Überdosis. Anschließend macht sich der Täter mit dessen Geldbeutel aus dem Staub.

Wegen fahrlässiger Tötung, unerlaubten Verabreichens von Betäubungsmitteln und Diebstahls ist ein 48-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Nach Überzeugung des Hamburger Landgerichts hat der Angeklagte einem 43-Jährigen mit dessen Einverständnis ein Drogengemisch gespritzt. „Jeder weiß, dass das Spritzen von Kokain und Heroin eine hochgefährliche Angelegenheit ist“, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Mittwoch.

Hamburg: Mann stirbt vor „Drob Inn“ an Überdosis

Nach der Injektion vor einer Drogeneinrichtung im Hamburger Zentrum am 24. Mai 2022 erlitt der Mann einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Er wurde bewusstlos und starb später. Zeugen sollen den Angeklagten vor einer zu hohen Dosierung gewarnt haben. „Die tödliche Wirkung der Drogenmischung für den Geschädigten beruhte zum einen auf seiner Alkoholisierung, die die drogenbedingte Atemlähmung verstärkte, zum anderen darauf, dass er schon längere Zeit keine Drogen konsumiert hatte“, erklärte Wantzen.

Beide Risikofaktoren seien dem Angeklagten nicht bekannt gewesen. Dennoch habe er den Tod des Geschädigten fahrlässig verursacht. Zudem habe der 48-Jährige dem bereits bewusstlosen Mann das Portemonnaie gestohlen. Es enthielt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ausweise und 48 Cent. Der Angeklagte stammt wie das Opfer aus Afghanistan.

Das könnte Sie auch interessieren: Mann mit Eisenstange zu Tode geprügelt: 43-Jähriger vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren für den Angeklagten gefordert, der Verteidiger hatte dagegen Freispruch beantragt. (dpa/mp)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp