Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und Udo Lindenberg eröffneten am Donnerstag den Hamburger Kultursommer.
  • Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und Udo Lindenberg eröffneten am Donnerstag den Hamburger Kultursommer.
  • Foto: Marius Roeer

Runter vom Sofa und raus in die Stadt! Hamburger Kultursommer startet

Die Sonne scheint auf den Spielbudenplatz mitten im Herz von St. Pauli, als der Hamburger Moderator Michel Abdollahi die Bühne betritt: „Es ist so toll, euch live und in Farbe hier zu sehen!“, ruft er fröhlich und das Publikum jubelt zurück. Es ist der Startschuss für den Hamburger Kultursommer der nach monatelangem Lockdown vor allem eins in die Stadt zurückbringen soll: die Kultur.

Für die Veranstaltung am Donnerstagabend wurde der Spielbudenplatz einmal komplett eingezäunt. Dort stehen lange Tische, Bänke und für das Strandfeeling haben die Veranstalter ganz vorne einige Beach-Sitze aufgestellt. Die Stimmung ist schon vor Beginn gut, locker und leicht – alle freuen sich auf ein kleines Stück Rückkehr der Normalität.

St. Pauli: Kultursommer mit über 1000 Veranstaltungen startet

„Es ist einfach ein tolles Gefühl, dass das hier starten kann“, sagt Hamburgs Kultmusiker Udo Lindenberg, der gemeinsam mit Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und dem Schmidt-Theater Eigentümer Corny Littmann den Kultursommer eröffnet. „Besonders freue ich mich für die vielen jungen Künstler, die jetzt wieder die Möglichkeit haben, aufzutreten.“

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Auch Brosda ist guter Laune. „Als wir Anfang des Jahres angefangen haben, den Kultursommer über Zoom zu planen, befanden wir uns noch in einer Zeit, als wir noch nicht wussten, was in eine Woche später passiert“, erzählt er. „Aber wir haben alle inständig gehofft, dass dieses Projekt im Sommer starten kann.“

St. Pauli: Kultur-Eröffnung auf dem Spielbudenplatz

Vom 15. Juli bis zum 16. August wird es über 1000 Veranstaltungen geben – auf über 40 verschiedene Hamburger Stadtteile verteilt. Dabei stehen mehrtägige Festivals, wie das Spielbudenfestival, Konzerte, Theater und Lesungen auf dem Programm, das primär unter freiem Himmel stattfindet. Auch die Spielorte sind vielfältig: Sowohl öffentliche Plätze als auch ungewöhnliche Orte wie Schaufenster sollen zur Bühne werden.

Viel Sonne und ein Getränk in der Hand: Die Stimmung auf dem Spielbudenplatz auf St. Pauli ist gut.
Viel Sonne und ein Getränk in der Hand: Die Stimmung auf dem Spielbudenplatz auf St. Pauli ist gut.

Mit dabei von der Partie ist auch das „Kampnagel“. Intendantin Amelie Deuflhard freut sich auf den geplanten „Kulturrausch“ in der Stadt. Die Kulturfabrik wird unter anderem das ehemalige Kaufhof-Gebäude in der Innenstadt bespielen.

Hamburger Kultursommer: So soll’s coronasicher werden

Aber bei aller Freude über die Kultur darf Corona nicht in Vergessenheit geraten. „Wir müssen uns alle gemeinsam zusammenreißen“, mahnt Julia Staron von der Spielbundenplatz Betreibergesellschaft. „So gerne wir hier vorne auch alle gemeinsam nebeneinander tanzen würden, es geht nicht.“ Tests, Impfungsnachweis, Kontaktverfolgung und teilweise Maskenpflicht sollen den Kultursommer coronasicher machen.

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Und dann ist es Zeit für die ersten Acts des Sommers! Mit der Hamburger Saxophonistin Stephanie Lottermoser, dem Rapper „Das Bo“, der St. Pauli Musikgruppe „Le Fly“ und den Alphornbläsern ist das Programm bunt durchmischt. Viele Besucher:innen wippen im Takt der Musik, singen mit oder tanzen am Platz mit Cocktail in der Hand.

Der Rapper „Das Bo“ freute sich, mal wieder Publikum live und in Farbe sehen zu können.
Der Rapper „Das Bo“ freute sich, mal wieder Publikum live und in Farbe sehen zu können.

Am besten beschreibt es Corny Littmann: „Wenn ich abends über den menschenleeren Kiez gelaufen bin, dann habe ich mich unwohl gefühlt – denn das ist nicht das, was St. Pauli ausmacht.“ Mit dem Kultursommer ist jetzt ein bisschen Leben wieder zurückgekehrt.

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