Simon Rosenkranz ist der neue Hafenkapitän in Hammburg
  • Hamburgs neuer Hafenkapitän: Simon Rosenkranz (43) wird der Nachfolger von Jörg Pollmann.
  • Foto: © Hamburg Port Authority / Wiebke Ahrlich

Nach fast 30 Jahren: Hamburg bekommt einen neuen Hafenkapitän

Stabsübergabe an der Elbe: Nach fast 30 Jahren im Amt geht Hamburgs Hafenkapitän Jörg Pollmann Ende Mai in den Ruhestand. Jetzt steht fest, wer sein Nachfolger wird: Simon Rosenkranz, derzeit Stellvertreter Pollmanns, übernimmt ab Juni das Kommando. Der 43-Jährige ist mit allen Wassern gewaschen – auch wenn er eigentlich aus Süddeutschland stammt.

Wenn durch die Funk-Geräte im Hamburger Hafen diese tiefe Stimme mit dem rollenden R und der schnodderigen Aussprache tönte, dann wusste jeder: Da ist Pollmann in der Leitung. Der Mann, der seit 1994 das Sagen im Hafen hat, ist gebürtiger Ostfriese. Jetzt müssen sich die Hafenleute an einen neuen Dialekt gewöhnen: Simon Rosenkranz stammt aus Landau an der Grenze zum Elsass.

Hafenkapitän Jörg Pollmann
Er geht in Rente: Hamburgs langjähriger Hafenkapitän Jörg Pollmann

Hamburg: Neuer Hafenkapitän stammt aus der Pfalz

Das Pfälzische hat der 43-Jährige sich allerdings weitgehend abtrainiert. Rosenkranz lebt seit zehn Jahren in Hamburg. Davor fuhr er sieben Jahre auf Containerschiffen und Mehrzweckfrachtern um die Welt. Auch studiert hat er in Norddeutschland. „In Bremen“, sagt er und räuspert sich. „Darf man das eigentlich sagen?“

Man darf, meinen seine Kollegen. Wenn er nur zum richtigen Fußballverein hält. Doch aus dieser Rivalität der Hansestädte hält Rosenkranz sich raus. Er hält seinem Heimatverein die Treue. Und das ist der FC Kaiserslautern. Was verschlägt einen Pfälzer aus den Weinbergen ans Wasser?

Schon als Kind war der neue Hafenkapitän oft in Hamburg – zum Hafengeburtstag

„Die Liebe zur Seefahrt wird einem in die Wiege gelegt“, sagt Rosenkranz. Egal, wo man lebt. Schon sein Vater fuhr zwölf Jahre lang zur See. Jeden Urlaub packte der Senior seine Kamera ein und fuhr mit der Familie an die Küste, um die großen Schiffe zu fotografieren. So kam Simon Rosenkranz 1984 auch zum ersten Mal nach Hamburg – zum Hafengeburtstag.

Die alten Segler, die Dampfer, die Marineschiffe haben es ihm angetan. Und wenn alles gut läuft, die Corona-Situation es diesmal zulässt, dann wird der neue Hafenkapitän am ersten Maiwochenende nicht mehr wie damals als kleiner Junge nur Zuschauer des Spektakels an der Elbe sein, sondern selbst Herr über Schlepperballett, Ein- und Auslauf-Parade und sämtliche Schutzmaßnahmen, die mit der Feier zusammenhängen.

Havarien, Sturmfluten: Hafenkapitän ist ein 24-Stunden-Job

Darauf, dass der Job als Hafenkapitän ein 24-Stunden-Job ist, ist Rosenkranz eingestellt. Tagsüber koordiniert er den Schiffsverkehr im Hafen, sorgt für die Sicherheit, erteilt schifffahrtspolizeiliche Genehmigungen oder Zulassungen von Hafenfahrzeugen. Er nimmt Prüfungen von Schlepperkapitänen ab und überwacht Wasserbaustellen. Auch nach Feierabend kann es weitergehen.

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Wenn das rote Telefon um zwei Uhr nachts klingelt, dann weiß Rosenkranz, der mit Frau und zwei Töchtern (6 und 2 Jahre) in Hummelsbüttel wohnt, dass Not am Mann ist. Das kann eine Sturmflut sein, eine Havarie, ein Bombenfund oder auch ein Corona-Ausbruch auf einem Containerschiff. Es ist der Hafenkapitän, der in diesen Situationen klare Gedanken haben muss und die Entscheidungen fällt.

In Hamburg gilt: Einmal Hafenkapitän, immer Hafenkapitän

„Da muss man dann raus aus dem Haus und rauf auf die Barkasse“, erzählt Rosenkranz. Störend für das Familienleben sei das nicht, findet er. „Ich bin es ja durch die Kinder gewohnt, dass ich nachts hoch muss.“ Außerdem ist Rosenkranz‘ Frau ebenfalls in der Seefahrt tätig. Auch sie besitzt das Kapitänspatent. In dieser Familie weiß jeder, woher der Wind weht.

Für Rosenkranz ist klar: Es ist der Wind des Hamburger Hafens, den er für immer um die Nase haben will. Seit 1920 ist jeder Hafenkapitän bis zur Rente im Amt geblieben. „Für mich ist es der schönste Beruf der Welt“, sagt Rosenkranz und möchte es halten wie seine Vorgänger: „Einmal Hafenkapitän, immer Hafenkapitän.“

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