Viel Natur mitten in der Stadt: So soll „Superbüttel“ einmal aussehen.
  • Viel Natur mitten in der Stadt: So soll „Superbüttel“ einmal aussehen.
  • Foto: Cities for Future; Kurs Fahrradstadt

Anti-Auto-Maßnahmen beschlossen: Jetzt kommt „Superbüttel light“

Im Frühjahr schlug das Projekt „Superbüttel“ deutschlandweit Wellen: Wenn es nach der Initiative „Kurs Fahrradstadt“ geht, soll das Quartier rund um die Rellinger Straße in Eimsbüttel komplett autofrei werden und mehr Platz machen für den Fuß- und Radverkehr. Jetzt hat die Bezirksversammlung erste Anti-Auto-Maßnahmen beschlossen.

„Superbüttel“ fordert unter anderem neue Spielstraßen sowie mehr Grün- und Erholungsflächen in dem dicht besiedelten Wohnviertel. Schlecht sieht es hingegen für den privaten Pkw-Verkehr aus: Dieser soll hier komplett verbannt werden.

Eimsbüttel: Jetzt kommt „Superbüttel Light“

Jetzt gibt es die ersten konkreten Maßnahmen aus der Politik. Am Donnerstag stimmte die Bezirksversammlung sowohl dem zweiteiligen Antrag der regierenden CDU- und Grünen-Fraktion als auch dem der SPD-Fraktion zu.

Im ersten Teil fordern die beiden Parteien, die Verkehrssicherheit in Schulumgebungen zu erhöhen. Das soll mithilfe von „Einbahnstraßen, Diagonalsperren, Durchfahrtssperren, neue Radinfrastruktur und neue Mittelinseln“ erreicht werden. Zudem sollen Fahrradzonen, die aber für Anlieger:innen weiter freigegeben werden sollen, geprüft werden. Das betrifft ebenfalls die im „Superbüttel“ gelegene Grundschule in der Rellinger Straße, für die eine Durchgangssperre für Autos geplant ist.

Weniger Autos: Das ist jetzt für Eimsbüttel geplant

Auch die Kreuzung Langenfelder Damm/Methfesselstraße wird explizit erwähnt, hier sollen „Freiräume“ geschaffen werden. Wichtig ist: Lieferverkehr, Rettungswagen, Feuerwehr, Polizei und Taxen sollen weiterhin ohne Probleme durch die Straßen rollen können.

„Eine nachhaltige Verbesserung im Schulcluster, insbesondere für jüngere Verkehrsteilnehmer:innen, ist dringend erforderlich“, sagt Kathrin Warnecke, Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bezirksfraktion. „Die Betroffenen vor Ort haben dafür bereits sinnvolle Vorschläge gemacht, nun gilt es, diese gemeinsam mit der Verwaltung umzusetzen.“

Hamburg: Durch Eimsbüttel sollen weniger Autos fahren

Grünes Licht gab es in der Bezirksversammlung auch für den Antrag der SPD-Fraktion, der Tempo 30 auf der Lappenbergsallee und dem Langfelder Damm fordert. Zusätzlich soll eine Durchfahrtssperre auf der Lappenbergsallee zwischen Schwenckestraße und Heuweg stadtauswärts eingerichtet werden.


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„Die Beschlüsse sollen aber nur der Auftakt für einen größeren Prozess sein“, erklärt Moritz Altner, Sprecher der SPD-Fraktion im Kerngebietsausschuss. „Das Herzstück ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen bei der Entwicklung ihres Viertels mitreden können, zum Beispiel bei der Gestaltung des künftigen Parnass-Platzes.“ Für die nötigen Mehrheiten kämpfe man in den kommenden Wochen in der Bezirkspolitik weiter.

Mit dabei bei dem laufenden Abstimmungsprozess zu Tempo 30 ist auch die Hamburger Polizei, die, wie Sprecherin Evi Theodoridou der MOPO mitteilte, beratend tätig ist.

Projekt „Superbüttel“ will Viertel autofrei machen

Großer Jubel bei „Kurs Fahrradstadt“. „Wir begrüßen, dass die Bezirkspolitik die Idee Superbüttel verhältnismäßig zeitnah aufgegriffen hat und jetzt in die Umsetzung bringen möchte“, schreibt die Initiative. Zwar läge die einseitige Durchfahrtssperre auf der Lappenbergsallee außerhalb von „Superbüttel“, trotzdem gingen die Anträge in die richtige Richtung.

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Ob „Superbüttel“ in der ursprünglich gedachten Form wirklich entstehen wird, ist noch offen, immerhin sind alle Umbauten erstmal temporär geplant. Trotzdem wird das Quartier mit den jetzt ersten konkreten Planungen zu einer Art „Superbüttel Light“.

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