Was für junge Menschen schon nervig ist, muss für Senioren besonders belastend sein. Der Aufwand, um an einen Impftermin zu kommen, sei zu groß und unnötig schwer, sagt die AWO Hamburg. (Symbolbild) 
  • Was für junge Menschen schon nervig ist, muss für Senioren besonders belastend sein. Der Aufwand, um an einen Impftermin zu kommen, sei zu groß und unnötig schwer, sagt die AWO Hamburg. (Symbolbild) 
  • Foto: imago/Sven Ellger

Impfen in Hamburg: Verzweifelte Senioren: Massive Kritik an Terminvergabe

Wandsbek –

Einen Impftermin zu ergattern, wird impfwilligen Senioren in Hamburg unnötig erschwert. Auch darüber, wie die Rentner mit möglichst geringem Ansteckungsrisiko zu ihren Impfterminen kommen, scheint sich keiner bei den Behörden Gedanken gemacht zu haben. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) kritisiert das Anmeldeverfahren und versucht zu helfen, wo die Behörden versagen.

Über die bundesweite Impf-Hotline oder das Online-Formular müssen Senioren versuchen, sich einen Impftermin zu besorgen. Aber die Wartezeiten bei der Hotline sind zu lang, und nicht immer ist garantiert, dass das Warten mit einem Termin belohnt wird, denn freie Termine sind rar. Dann heißt es, immer und immer wieder bei der Hotline anrufen, bis man irgendwann vielleicht doch Glück hat, und einen Impftermin bekommt.

Impfen in Hamburg: Senioren – Massive Kritik an Terminvergabe

Der AWO-Landesverband empfindet das Prozedere als eine Zumutung und fordert die Einführung eines einmaligen Registrierungsverfahrens und eine automatische Vergabe von Impfterminen. „Ein solches Verfahren wird bereits in anderen Bundesländern, wie zum Beispiel Schleswig-Holstein, praktiziert“, heißt es in der Pressemitteilung der AWO. 

Wie frustrierend das Prozedere ist, erklärt der 83-jährige Kurt Haster gegenüber der MOPO. „Am Mittwoch sind wir nicht durchgekommen. Am Donnerstag haben meine Frau und ich es abwechselnd versucht. Schließlich wurde uns gesagt, dass keine Termine mehr frei sind und wir es später versuchen sollen.“

Um die Senioren zu unterstützen, hat die die AWO Hamburg mit ihrer Stiftung im Rahmen der Hilfsaktion „Miteinander in Zeiten von Corona“ ein kostenloses Unterstützungsangebot organisiert. „Häufig verfügen Menschen über 80 Jahre nicht über einen Internetzugang, die bundesweite Impf-Hotline ist vielfach überlastet“, schreibt die AWO. Bislang haben bereits mehr als 2500 Senioren das Hilfsangebot der AWO angenommen und sich bei der AWO-Hotline gemeldet.

AWO Hamburg hilft Senioren beim Ergattern von Impfterminen

Die Mitarbeiter der Hotline nehmen die Daten der Senioren auf und versuchen, für diese Impftermine zu organisieren. Der Erfolg ist aber davon abhängig, ob es überhaupt freie Termine gibt. Deshalb sollten „anerkannte Hilfsorganisationen wie die AWO zudem Impftermin-Kontingente erhalten, um den Älteren auch wirklich erfolgreich helfen zu können“, so Jutta Blankau, Präsidiumsvorsitzende der AWO Hamburg.

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Wenn dann endlich mal ein Impftermin zustande komme, müsste man auch dafür sorgen, dass die Älteren auch mit möglichst geringem Ansteckungsrisiko zu ihren Terminen kommen, dies könne „beispielsweise durch Taxigutscheine erreicht werden.“ (mp/cnz)  

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