Frau mit Hund
Frau mit Hund
  • Immer mehr Menschen in Hamburg haben einen Hund (Symbolbild).
  • Foto: Imago

Immer mehr Vierbeiner: So viel Geld nimmt Hamburg jetzt mit der Hundesteuer ein

Nicht zuletzt durch Corona hat die Zahl der Hundehalter in Hamburg deutlich zugenommen. Wie viele Hunde es tatsächlich gibt, das weiß die Stadt zwar nicht, aber es sind noch einmal deutlich mehr geworden. Klarer Indikator: Die Einnahmen aus der Hundesteuer sind 2022 erneut stark gestiegen.

Zu Hause arbeiten, keine Leute treffen und nicht verreisen. Corona war eine ungesellige Zeit, in der sich viele Paare, Singles und Familien einen Hund angeschafft haben. Am stärksten war das im ersten Corona-Jahr 2020 zu spüren. Aber auch danach gab es noch einen deutlichen Zuwachs. Der Hamburger Senat gibt an, dass im Juni 2020 rund 53.500 Steuerkonten von Hundehaltern registriert waren, aktuell sind es laut Finanzbehörde schon 62.336. Ein Zuwachs um fast 9000 Steuerkonten.

90.000 Hunde sind in Hamburg registriert

Hinter einem Steuerkonto steht immer ein Halter, der hat aber oft mehrere Hunde angemeldet. Wie viele Hunde tatsächlich in Hamburg leben, lässt sich daraus also nicht ermitteln. Laut Hunderegister waren 2021 rund 89.000 Vierbeiner gemeldet. Aktuell dürften es deutlich mehr als 90.000 sein. Aber nicht alle Hunde sind gemeldet und es gibt auch „Karteileichen“.

Mehr Hunde und Halter bedeuten auch mehr Einnahmen aus der Hundesteuer. Im abgelaufenen Jahr waren es 5,37 Millionen Euro. Im Jahr davor wurde mit 5,16 Millionen erstmals die Fünf-Millionen-Euro-Grenze geknackt. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stiegen die Einnahmen aus der Hundesteuer um fast zwei Millionen Euro.

Hundesteuer: Einnahmen in zehn Jahren um zwei Millionen gestiegen

In den großen Bundesländern schlagen sich die Einnahmen noch viel deutlicher nieder. Bundesweit waren es schon 2021 erstmals mehr als 400 Millionen Euro. Gleichzeitig geht es den Tierheimen schlecht. Steigende Energie- und Tierarztkosten und mehr abgegebene (oft alte oder kranke) Tiere machen ihnen zu schaffen.

Deshalb fordert der Deutsche Tierschutzbund (DTB): „Die Lage der Tierheime ist brisant, es braucht zusätzliche Hilfe von Kommunen, Ländern und vom Bund“, so DTB-Präsident Thomas Schröder. „Wenn die Hälfte der kommunalen Einnahmen aus der Hundesteuer einmalig in einen Topf für die Tierheime fließen würde und der Bund noch mal genauso viel dazu gibt, wäre den Tierheimen sehr geholfen.“

Tierheim Süderstraße: Aufnahmestopp für Hunde

Auch im Tierheim Süderstraße in Hamburg wurden seit Corona mehr Hunde abgegeben. „Wir haben das insbesondere im vergangenen Jahr gemerkt“, sagt Sprecherin Cathleen Stegmann. „Als viele im Sommer 2022 wieder verreisen wollten, wurden mehr Hunde abgegeben als üblich.“

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Aktuell sind die Zwinger im Tierheim voll, es gibt einen Aufnahmestopp für Hunde. Ob auch diese Situation mit Corona zu tun hat, kann Stegmann nicht sagen. „Wir haben auch viele alte und kranke Hunde aufgenommen, es gibt also verschiedene Faktoren.“ Frank Weber vom Franziskus-Tierheim (Stellingen) hatte schon vor Wochen in der MOPO darauf hingewiesen, dass sich immer mehr Menschen ihre Haustiere nicht mehr leisten können, da alles teurer wird. Und ein Teil dieser Tiere landet dann in den Tierheimen.

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