SPD Freude Umland Direktkandidaten
  • Gute Laune im Willy-Brandt-Haus: Die SPD rang der CDU auch im Hamburger Umland einige Bundestagsmandate ab.
  • Foto: IMAGO / Emmanuele Contini

Hamburgs Umland: Das Wahl-Orakel lag richtig – und drei große Überraschungen

Bei den letzten Bundestagswahlen zeigte sich der Hamburger Speckgürtel noch klar als CDU-dominiertes Gebiet. Doch wie auch in Berlin erlebten die Christdemokraten in diesem Jahr rund um Hamburg ein Debakel nach dem anderen. In Pinneberg schlug sogar das „Wahl-Orakel“ zu.

Seit knapp sieben Jahrzehnten stellt Pinneberg die deutsche Bundeskanzler:in. Zumindest im übertragenen Sinne – denn die Partei, die sich im Wahlkreis 007 durchsetzt, ist seit 1953 immer auch die bundesweit stärkste Partei. In diesem Jahr trat SPD-„Rambo“ Ralf Stegner gegen Michael von Abercron (CDU) an.

Bundestagswahl: So hat Hamburgs Umland entschieden

Vor vier Jahren hatte sich von Abercron noch deutlich gegen SPD-Mann Ernst Dieter Rossmann im Kampf um das Direktmandat durchgesetzt. In diesem Jahr aber holte sich Stegner mit 31,2 zu 26,1 Prozent den Sitz im Bundestag – wo bekanntlich der Sozialdemokrat Olaf Scholz als Wahlsieger gute Chancen hat, bald Kanzler zu sein. Auch bei den Zweitstimmen zog die CDU (22,0) den Kürzeren gegen die SPD (29,3).


Morgenpost – der Newswecker der MOPO

Starten Sie bestens informiert in Ihren Tag: Der MOPO-Newswecker liefert Ihn jeden Morgen die wichtigsten Meldungen des Tages. Erhalten Sie täglich Punkt 7 Uhr die aktuellen Nachrichten aus Hamburg und dem Norden, vom HSV und dem FC St. Pauli direkt per Mail.  Hier klicken und kostenlos abonnieren.


Auch im südlichen Umland dürfte die Stimmung bei den Christdemokraten nach der Wahl nicht allzu fröhlich ausfallen. Wahlkreis 037, Lüchow-Dannenberg-Lüneburg, fiel an den Juso-Kandidaten Jakob Blankenburg. CDU-Mann Eckhard Pols, 2017 noch klarer Gewinner, musste sich am Ende als Dritter deutlich geschlagen geben.

Das könnte Sie auch interessieren: Wo Rot-Grün versagt, FDP siegt und AfD triumphiert: Hamburgs extremste Wahlergebnisse

In Harburg trat Michael Grosse-Brömer für die CDU an. Der 60-Jährige, seit 2012 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hatte zuvor dreimal in Folge das Direktmandat gewonnen. Einen Amtsbonus gewährten Wähler:innen in diesem Jahr aber nicht mehr. Das Direktmandat fiel an die SPD-Kandidatin Svenja Stadler, die knapp mit 31 zu 29 Prozent das Rennen machte.

An der Küste zwischen Elbe und Nordsee ging das Direktmandat seit 2009 stets an Enak Ferlemann. Der 58-Jährige ist seit 2009 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, wie bei Parteikollege Grosse-Brömer reichte es in diesem Jahr aber nicht mehr für einen Amtsbonus. Überraschend setzte sich im Wahlkreis Cuxhaven – Stade II Daniel Schneider (SPD) durch. Der 44-Jährige ist vielen Musikfans im ganzen Norden als Mitbegründer des Deichbrand-Festivals bekannt – und sitzt bald im Berliner Bundestag.

SPD luchst CDU drei Direktmandate bei Hamburg ab

Nur eines ihrer bisherigen Direktmandate im südlichen Hamburger Umland konnte die CDU verteidigen. Im Wahlkreis Stade I – Rotenburg II ging Oliver Grundmann erneut als Sieger hervor. 34,6 Prozent der Stimmen reichten gerade noch, um das Mandat gegen den SPD-Konkurrenten Kai Koeser (31,7) zu gewinnen. Im Vergleich zu 2017 muss Grundmann allerdings einen deutlichen Verlust von rund zehn Prozentpunkten verkraften.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp