Bernd Aufderheide, Geschäftsführer der Hamburg Messe und Congress (HMC) GmbH, ist einer der Mitbetreiber des Heinrich-Hertz-Turms in Hamburg.
  • Bernd Aufderheide, Geschäftsführer der Hamburg Messe und Congress (HMC) GmbH, ist einer der Mitbetreiber des Heinrich-Hertz-Turms in Hamburg.
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Hamburgs Fernsehturm: Wird’s jetzt endlich was mit dem Telemichel?

Seit rund 20 Jahren ist der Heinrich-Hertz-Turm, Hamburgs Fernsehturm, nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich. Das soll sich Ende 2023 ändern – diesmal aber wirklich. Denn Versprechungen, wieder Leben in Hamburgs höchstes Wahrzeichen zu bringen, gab es in der Vergangenheit schon einige.

Den atemberaubenden Panoramablick aus mehr als 120 Metern Höhe über Alster und Elbe, Stadtpark und Hafen, Elphi und Michel sollen die Hamburger und ihre Gäste in eineinhalb bis zwei Jahren wieder genießen können. Zumindest rechnet Hamburgs Messechef Bernd Aufderheide weiterhin damit, auch wenn er einräumt: „Das ist ein sportlicher Zeitplan, aber wir gehen noch nach wie vor davon aus, dass das klappt. Die Planungen sind jetzt im Prinzip durch.“

So soll die zweigeschossige Kanzel des im Volksmund Telemichel genannten Bauwerks in 120 Metern Höhe dauerhaft als Aussichtsplattform und als Veranstaltungsfläche genutzt werden, sei es für Produktpräsentationen, Konferenzen oder Konzerte. Aufderheide: „Wir wollen das möglichst flexibel nutzen.“

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Ein herkömmliches Gastronomieangebot werde es jedoch nicht geben, wohl aber Spezialangebote oder ein Pop-up-Restaurant für ein paar Wochen. „Es wird wahrscheinlich auch Kaffee und Kuchen geben, schon allein deshalb, weil es immer noch ein, zwei Generationen gibt, die mit Fernsehturm eben Kaffee und Kuchen im Drehrestaurant verbinden.“

Hamburgs Fernsehturm „Telemichel“ soll 2023 wiedereröffnen

Die erste Tasse Kaffee im rotierenden Café sieht einer der Mitbetreiber des Bauwerks aber noch in weiterer Ferne: Tomislav Karajica, Gründer und Geschäftsführer des Projektentwicklers Home United, hatte im vergangenen Herbst im „Hamburger Abendblatt“ angekündigt: „Im günstigsten Fall eröffnen wir 2024.“


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Grund sind dem Bericht zufolge vor allem die während der Corona-Pandemie deutlich gestiegenen Kosten für Baumaterialien. Deswegen sehen sich die Betreiber – neben der Messe und Home United auch das Medienunternehmen Online Marketing Rockstars (OMR) – gezwungen, die Planungen für das ovale Empfangsgebäude am Fuß des Turms günstiger zu gestalten.

Fernsehturm Hamburg: Eröffnung immer wieder verschoben

Klingt, als würde die Wiedereröffnung des Telemichels eine unendliche Geschichte bleiben. Geschlossen wurde das knapp 277 Meter hohe Bauwerk im Besitz der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH im Jahr 2001, wegen Asbest-Belastung in den Innenräumen.

Seit 20 Jahren geschlossen: die drehbare Aussichts-Plattform des Hamburger Heinrich-Hertz-Turms.
Seit 20 Jahren geschlossen: die drehbare Aussichts-Plattform des Hamburger Heinrich-Hertz-Turms.

2011 machte etwa der spektakuläre Umbauplan des dänischen Architekten Christian Bay-Jørgensen Schlagzeilen. Er wollte eine Hülle um den Turm bauen, die dann als Hotel genutzt werden sollte. Das Vorhaben scheiterte unter anderem an den Vorgaben des Denkmalschutzes.

Hamburger Fernsehturm: Telemichel sollte Hotel werden

Und dann gibt es noch den Hamburger Investor Martin Dencker, der ab 2011 Leben in Hamburgs höchstes Wahrzeichen bringen wollte und dafür 2015 die „Stiftung Fernsehturm Hamburg Aufwärts“ gründete. Er plante gehobene Gastronomie – die es aber aufgrund der geltenden Brandschutzbestimmungen nicht geben wird. Das vor Jahren gegebene Versprechen, dass der Turm noch vor der Elbphilharmonie fertig werde, konnte Dencker nicht halten.

Anlässlich des 50. Geburtstags des Telemichels im Jahr 2018 verkündete Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), das Bauwerk werde 2023 wieder öffentlich zugänglich sein. Im Juni 2020 machte sich dann das heutige Betreiber-Konsortium, das den Turm für 25 Jahre gepachtet hat, daran, dieses Versprechen einzulösen. 37 Millionen Euro sollen Sanierung und Umbau des Heinrich-Hertz-Turms kosten – Bund und Stadt teilen sich den Betrag. Es wäre ein Traum, wenn es dieses Mal endlich klappt – nicht nur von Hamburgern, die den spektakulären Ausblick bei Kaffee und Kuchen noch selbst erlebt haben.

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