Ein dargestellter Aktienkurs
  • Die Hamburger Gesellschaft TAG streicht ihren Anlegern für 2022 die Dividende.
  • Foto: imago images/Patrick Scheiber

Hamburger Immobilienkonzern in der Krise – Aktie rauscht ab

Steigende Zinsen und die Inflation belasten derzeit das Umfeld für die stark kreditfinanzierte Immobilienbranche. Die Hamburger Gesellschaft TAG Immobilien streicht deshalb den Anlegern für das Jahr 2022 die Dividende. Für das kommende Jahr stellen sich die Hanseaten zudem im Tagesgeschäft auf einen Gewinnrückgang ein. Die Aktie rutschte am Dienstagmorgen am MDax-Ende um knapp elf Prozent auf 5,98 Euro ab.

Der TAG-Vorstand bekräftigte zwar am Dienstag seine Ziele für 2022, denen zufolge die für die Immobilienwirtschaft wichtigste Kenngröße FFO I in diesem Jahr auf 188 bis 192 Millionen Euro zulegen soll. 2023 rechnet die Gesellschaft allerdings nur noch mit einem operativen Ergebnis von 170 bis 174 Millionen Euro.

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Der Immobilienkonzern begründete den voraussichtlichen Ergebnisrückgang zuvorderst mit höheren Zinsaufwendungen, die allein schon mit rund zehn Millionen Euro zu Buche schlügen. Hinzu kämen steigende steuerliche Belastungen.

Operativer Gewinn steigt um sieben Prozent

Im dritten Quartal stieg der operative Gewinn (FFO I) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 49,1 Millionen Euro. Nach neun Monaten liegt der Konzern damit bei 145,3 Millionen Euro, ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Dabei stiegen die Mieten in den drei Quartalen an, der Leerstand ging weiter zurück. Auf vergleichbarer Basis und inklusive Leerstandsabbau beschleunigte sich das Mietwachstum im Vergleich zum Vorjahr auf 2,5 Prozent. Das Konzernergebnis sank hingegen vor allem wegen eines niedrigeren Ergebnisses aus der Immobilienbewertung um fast acht Prozent auf knapp 335 Millionen Euro.

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Der Hamburger Konzern konzentriert sich mit seinem Portfolio von zuletzt gut 87.200 Immobilien in Deutschland auf sogenannte B- und C-Standorte, die damit in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten liegen. Der größte Teil der Wohnimmobilien befindet sich in Ostdeutschland in Städten wie Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin. (dpa/mp)

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