Luxus-Eigentumswohnungen am Osterbekkanal (Symbolbild) werden sicherlich im Preis nicht nachgeben.
  • Luxus-Eigentumswohnungen am Osterbekkanal (Symbolbild) werden sicherlich im Preis nicht nachgeben.
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paidEndlos-Boom oder Crash? Hier fallen in Hamburg die Immobilienpreise

Endlich wieder mehr Wohnungsangebote auf dem Hamburger Immobilienmarkt! Diesen Eindruck gewinnen Käufer zumindest gerade. Tatsächlich steigt die Zahl aber gar nicht, wie eine aktuelle Marktanalyse von Engel&Völkers jetzt zeigt. Und auch in Fragen der Preisentwicklung tritt Überraschendes zutage. Die Experten geben aber einen Tipp.

„In den letzten Monaten registrieren wir, dass in Hamburg wieder mehr Immobilien auf den Markt kommen. Allerdings muss zwischen den Lagen unterschieden werden“, sagt Engel&Völkers-Geschäftsführer Till-Fabian Zalewski. „In den absoluten Toplagen an der Alster oder im Alstertal ist der Nachfrage-Überhang beispielsweise weiterhin sehr groß.“ So sind diese Immobilien trotz hoher Preise schnell verkauft. „In den einfachen und mittleren Lagen hingegen ist dies teilweise anders. Hier ist das Angebot bei Ein- und Zweifamilienhäusern durch die sinkende Nachfrage zuletzt gewachsen.“

Immobilien in Hamburg: Lohnt sich der Kauf überhaupt?

So haben laut Engel&Völkers-Auswertung bei Eigentumswohnungen die Preise im Juli ganz leicht nachgegeben. Aber davor waren sie auch enorm geklettert im Vergleich von 2021 auf 2022: bei mittlerer Lage von 3000 bis 8500 Euro pro Quadratmeter auf 4500 bis 9500 Euro je Quadratmeter. Bei einfacher Lage von 2400 Euro bis 5200 Euro auf 3000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter. Engel&Völkers geht davon aus, dass die Preise sich auf diesem Niveau weiterbewegen und nicht mehr sinken – allerdings immer abhängig von aktuellen politischen Entwicklungen.

Bei Häusern gab es bereits eine Preiskorrektur nach unten. In mittleren Lagen von 500.000 Euro bis 1,5 Millionen pro Haus im vergangenen Jahr auf 450.000 bis 1,4 Milionen Euro im laufenden Jahr. In einfacher Lage gingen die Preise runter von 280.000 bis 900.000 Euro auf 250.000 bis 800.000 Euro. Bei mittleren und einfachen Lagen rechnet der Immobilienexperte mit weiteren Preisrückgängen.

Hamburg: So haben sich die Preise beim Hauskauf entwickelt

Mit Prognosen sind derzeit aber alle Analysten vorsichtig. Zalewski: „Wir befinden uns in einer neuen und für viele ungewohnten Situation, in der langfristige Preisprognosen nicht möglich sind. Von starken Preisrückgängen ist zukünftig jedoch nicht auszugehen. Vielmehr werden wir in Hamburg die Entwicklung zu einer gesunden Regulierung der außergewöhnlich hohen Preiszuwächse der letzten Jahre sehen.”

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Zalewski macht Käufern Mut: Die neue Marktsituation gibt einigen Kaufinteressierten die Chance, ihre Wunschimmobilie zu erwerben, ohne dass es dabei wie im Vorjahr in einem Bieterwettbewerb zwischen vielen Interessierten endet.“ Häufig hätten Kaufende wieder die Möglichkeit, sich zwischen Objekten zu entscheiden.

Da Hamburg ab nächstem Jahr die Grunderwerbsteuer (Steuer, die beim Erwerb eines Grundstückes anfällt) von 4,5 auf 5,5 Prozent anhebt, kann es sich laut Engel&Völkers im Einzelfall lohnen, einen geplanten Immobilienkauf noch in diesem Jahr zu tätigen.

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