Hamburg Airport
  • Während der Herbstferien ist am Hamburger Flughafen einiges los.
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Lange Schlangen und lasche Kontrollen: Was ist los am Hamburger Flughafen?

Am Hamburger Flughafen herrscht in diesen Herbstferien wieder reger Betrieb – das erste Mal seit Beginn der Pandemie. Extreme Stoßzeiten und fehlende Corona-Kontrollen bei der Einreise sorgen jedoch für Verärgerung bei den Passagieren. Die MOPO hat beim Flughafen nachgefragt.

Leserin Claudia K. schildert der MOPO, wie ihr Flieger aus Griechenland in Richtung Hamburg am Samstag eine Stunde Verspätung hatte: „Der Pilot hat uns im Flugzeug zur Begrüßung gesagt, dass in Hamburg wohl noch nicht bekannt sei, dass Herbstferien sind. Dort sei man unterbesetzt“, sagt sie. „Bei der Ankunft am Hamburger Flughafen gab es keine Corona-Kontrollen und eine Stunde mussten wir auf unser Gepäck warten.“

Flughafen Hamburg: Lange Schlangen und keine Corona-Kontrolle

Mit ihren Schilderungen ist Claudia K. nicht allein. Auf Twitter beschweren sich mehrere Nutzer:innen über lange Warteschlangen und fehlendes Personal. „Der Flughafen sollte erstmal seine Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen. Wartezeit auf das Gepäck über eine Stunde. Unterirdisch“, schreibt ein Nutzer.

Dabei läuft der Flughafen noch nicht einmal mit voller Auslastung. Das Verkehrsaufkommen liege durchschnittlich erst bei 50 Prozent der Passagierzahlen von 2019. Was ist da los? Die MOPO fragte bei Janet Niemeyer, Pressesprecherin des Hamburger Flughafens, nach.

Hamburger Flughafen: „Vieles schwer planbar“

„Zurzeit ist vieles schwer planbar, daher kann es vereinzelt zu längeren Wartezeiten kommen“, sagt Niemeyer. Die Buchungen seien sehr kurzfristig. „Zudem ist beim Abfertigen der Kontrollaufwand durch die Corona-Kontrollen höher als sonst, und das Aufkommen an Passagieren ist zu bestimmten Spitzenzeiten so hoch wie im Jahr 2019.“

Lange Schlangen am Hamburg Airport zum Start der Herbstferien.
Lange Schlangen am Hamburg Airport zum Start der Herbstferien.

Auch wenn zu den Herbstferien schon wieder mehr Mitarbeiter im Einsatz seien: Nur für ein oder zwei Spitzenstunden am Tag ist es laut der Flughafensprecherin noch nicht möglich, das komplette Personal aus der Kurzarbeit zu nehmen. Die Kurzarbeiterquote sei schon deutlich von ehemals 83 Prozent auf 65 Prozent heruntergefahren worden. „Wir empfehlen den Passagieren, sich rechtzeitig zu informieren und die Nutzung des Vorab-Check-Ins.“

Warnung vor Wartezeiten von bis zu acht Stunden

Der Hamburger Flughafen ist kein Einzelfall, auch an anderen Flughäfen wie in Hannover, Düsseldorf oder Köln/Bonn herrschen ähnliche Zustände. Der Branchenverband IATA (International Air Transport Association) warnt bereits vor Wartezeiten von bis zu acht Stunden, wenn das Passagieraufkommen wieder an Zeiten vor der Pandemie anknüpft und Kontrollprozesse nicht stärker digitalisiert werden.

Die Lösung sieht die IATA in einem bei ihr entwickelten digitalen „Travel Pass“. Die Grundidee ist, dass Passagiere Formalitäten und Kontrollen online per App erledigen können – und zwar schon, bevor sie zum Flughafen fahren. Bisher haben 76 Gesellschaften das Verfahren auf 286 Strecken getestet. Für die Einführung müsse sich aber jedes Unternehmen einzeln entscheiden, hieß es.

Keine Corona-Kontrolle für Einreisende?

„Generell sind einheitliche Regelungen innerhalb der EU wichtig, das würde den Passagieren einiges erleichtern“, sagt die Sprecherin des Hamburger Flughafens. „Momentan stellt noch jedes Land eigene Anforderungen an Einreisende, was die Corona-Maßnahmen angeht.“

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Die Kontrolle der Corona-Nachweise erfolgt bei der Einreise nach Deutschland zum Beispiel immer schon am Abflughafen durch die Airline. In Deutschland wird dann in der Regel nicht nochmal kontrolliert, die Bundespolizei führe laut Niemeyer allerdings immer wieder Stichproben durch.

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