• Hochbetrieb an den Stegen an der Dove Elbe. Doch wie lange wird hier noch gebadet?
  • Foto: Carsten Neff

An den Hamburger Ufern wird’s eng: Werden jetzt Stege abgeriegelt?

27 Grad am Mittwoch, bis zu 33 Grad am Donnerstag und dazu reichlich Sonne. Diese Woche wird es hochsommerlich in Hamburg, Meteorologen sagen Sahara-Hitze und tropische Nächte voraus. Da hilft zur Abkühlung nur der Sprung ins Wasser! Der Haken: Für Freibäder gelten strenge Hygiene-Regeln, die Plätze sind limitiert. Logisch, dass die Hamburger da auf Flüsse und Badeseen ausweichen. Am Wasser wird’s richtig eng!

Montag, 15 Uhr. 20 Meter stehen die Menschen Schlange, um sich im Kaifu-Bad in Eimsbüttel abzukühlen. Hamburgs Freibäder haben wieder geöffnet, von Normalbetrieb kann mit der begrenzten Gästeanzahl jedoch noch nicht die Rede sein. Nur wer einen Termin im Voraus gebucht hat und einen gültigen negativen Test vorweisen kann, darf beispielsweise in den Freibädern des Bäderlands schwimmen gehen. Bei der DLRG ist man deshalb sicher: Viele werden ihr Glück in den kommenden Tagen an öffentlichen Badestellen versuchen.

„Wir erwarten einen Ansturm an den Seen und an der Elbe“

„Wir erwarten einen Ansturm an den Seen und an der Elbe“, meint Heiko Mählmann, Präsident des DLRG-Landesverbandes Hamburg. Und sieht seine Truppe an Rettern gerüstet. Denn gerade die beliebtesten Badeorte in Hamburg seien mitunter die gefährlichsten: An der Elbe herrscht Schiffsverkehr, der Sog der Bugwelle kann gerade für Kinder sehr gefährlich werden. Heiko Mählmann rät deshalb: „An bewachten Gewässern baden gehen und sich nicht überschätzen.“

Schlange vor dem Kaifu Freibad
Kaifu Freibad: Hier wird schon Montagnachmittag Schlange gestanden.

Die Organisation ist an mehreren Standorten mit ehrenamtlichen Helfer:innen vor Ort. In Hamburg gibt es Stationen am Falkensteiner Ufer in Rissen, am Finkenrieker Hauptdeich in Wilhelmsburg und am Hohendeicher See in Ochsenwerder. Ab August wird an der Alster an der Alten Rabenstraße ein Standort eröffnet. 

Elbe und Alster: Rettungstaucher der Feuerwehr immer einsatzbereit

Sollte dennoch ein Notfall eintreten, gilt: Immer die Rettungsdienste rufen. Denn die Hamburger Feuerwehren sind auf die Badesaison vorbereitet. Alle Rettungskräfte sind in der Wasserrettung ausgebildet, einige Fahrzeuge sind mit Schlauchbooten ausgestattet. Entlang der Elbe und an der Alster ist zudem eine Vielzahl an Rettungsbooten stationiert, außerdem sind Rettungstaucher:innen immer einsatzbereit.

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Doch wie sieht es eigentlich mit den 1,5-Meter-Abstandsregeln aus, wenn es an den Ufern voll wird? Bei der Polizei gibt man sich derzeit noch gelassen. Die Polizei versuche zwar, an den Bade-Hotspots präsent zu sein, besondere Vorkehrungen aufgrund eines bevorstehenden Andrangs plane die Stadt jedoch nicht, so ein Sprecher der Innenbehörde.

Bei der Polizei heißt es, man werde spontan eingreifen, sollten sich die Badenden nicht an die geltenden Regeln halten.

Problematisch dürfte es werden, wenn die Innenbehörde Ernst macht und die beliebten Badestege an der Dove Elbe auf Höhe des Eichbaumsees in Allermöhe mit Toren abriegelt. Schon lange gibt es hier Konflikte zwischen Schwimmern und Ruderern – das Landessportamt will jetzt Konsequenzen ziehen. Die vielen Badenden müssen dann auf andere Stellen ausweichen – und es wird noch voller.

Neue Stege für Schwimmer erst nächstes Jahr fertig

Zwar sind neue Stege für Schwimmer bereits in Planung – diese werden voraussichtlich aber erst nächstes Jahr fertig. Stephan Meyns, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender in Bergedorf, hat die Hoffnung auf eine Kompromiss-Lösung noch nicht aufgegeben: „Wir haben Verständnis dafür, dass die Hochleistungssportler ungestört trainieren müssen“, sagt er zur MOPO. „Aber wir hoffen, mit allen Beteiligten noch für diesen Sommer einen Kompromiss zu finden.“

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Wer für das Wochenende einen Badeausflug plant, sollte sich recht früh um ein Ticket in Hamburgs Freibädern kümmern. Sind alle Plätze belegt, am besten Badestellen auswählen, die von der DLRG überwacht sind.  (to)

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