x
x
x
Tausende Niederländer feierten am Sonntag beim Fan Fest auf dem Heiligengeistfeld.
  • Tausende Niederländer feierten am Sonntag beim Fan Fest auf dem Heiligengeistfeld.
  • Foto: Marius Röer

Public Viewing in Hamburg: Euphorie in „Oranje“ – Fans feiern friedlich zusammen

Regen, gute Stimmung und jede Menge Orange: Bei wechselhaftem Hamburger Wetter feierten am Sonntag tausende Niederlande- und Polen-Fans beim Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld. Viele von ihnen waren das erste Mal überhaupt in Hamburg – und sind absolut begeistert.

„Es ist ist wirklich absolut toll hier in Hamburg!“, sagt der 35-jährige Jaroen Arands, der am Samstag zusammen mit sieben anderen Freunden aus den Niederlanden in die Hansestadt gereist ist. Auf seinem Kopf trägt er einen einen orangenen Löwen, das Wappentier des Landes. „Wir waren am Samstagabend auch das erste Mal auf der Reeperbahn“, erzählt er weiter, immer wieder benutzt er das Wort „amazing“ (englisch für „fantastisch“). Montag geht es dann aber auch schon wieder zurück in die Heimat.

Jaroen Arands (links, 35) ist mit seinen Kumpels zum EM Spiel nach Hamburg gereist. Marius Röer
Jaroen Arands (links, 35) ist mit seinen Kumpels zum EM Spiel nach Hamburg gereist.
Jaroen Arands (links, 35) ist mit seinen Kumpels zum EM Spiel nach Hamburg gereist.

Der guten Stimmung der Oranje-Fans tat das sehr wechselhafte Wetter an diesem Sonntag jedenfalls keinen Abbruch: Schon am frühen Morgen legte der niederländische DJ Armin van Buuren zu früher Stunde auf dem Heiligengeistfeld auf, um seine Landsleute auf die Partie am Nachmittag einzustimmen.

Das wiederum ließ allerdings die Anwohner im Karo-Viertel senkrecht im Bett stehen. „Wir kennen den Lärm vom Dom und bei Fußballspielen, aber derartig laute Musik habe ich vom Heiligengeistfeld noch nie erlebt“, erzählte Theresa Jakob, selbst Anwohnerin und Linken-Abgeordnete in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Von „Horrorkrach“ war die Rede.

Gute Stimmung auf dem Fan Fest am Heiligengeistfeld

Für die Niederländer ging es dann ab 10.30 Uhr zu einem „Fan Walk“, der vom Millerntorplatz über den Holstenwall, den Sievekingplatz und die Glacischausee bis zurück zum Millerntorplatz führte. Anschließend teilten sich die Oranje-Fans auf: Anhänger, die ein Ticket für das Spiel im Volksparkstadion besaßen, wurden von der Polizei zur S-Bahn geleitet, der Rest tummelte sich wieder zurück zum Fan Fest.

„Für Hamburg haben wir leider kein Stadion-Ticket mehr bekommen, dafür gehen wir aber nach Berlin ins Olympiastadion!“, freut sich die 50-jährige Brenda Lukkien. Am 25. Juni spielen die Niederlande dort gegen Österreich das dritte Gruppenspiel. „Es ist so schön anzusehen, wie hier und überall die Fans unterschiedlicher Nationen zusammenkommen, vom Fußball vereint.“

Brenda Lukkien (50) und Niels Paulus (41) freuen sich über die friedliche Fan-Stimmung auf dem Heiligengeistfeld. Marius Röer
Brenda Lukkien (50) und Niels Paulus (41) freuen sich über die friedliche Fan-Stimmung auf dem Heiligengeistfeld.
Brenda Lukkien (50) und Niels Paulus (41) freuen sich über die friedliche Fan-Stimmung auf dem Heiligengeistfeld.

Tatsächlich vermischten sich die Anhänger der beiden Nationen auf dem Heiligengeistfeld, tranken zusammen Bier und hielten bei den starken Regengüssen schützend die Zeltwände über sich. „Es ist wirklich eine friedliche Atmosphäre hier“, sagt der 38-jährige Barti, er ist Fan der polnischen Mannschaft. „Aber trotzdem gut, dass so viel Polizei-Präsenz gezeigt wird.“ Ihm ist außerdem noch positiv aufgefallen, dass es so viele Leinwände gibt, über die das Spiel verfolgt werden kann. „So gibt es kein Gedrängel und jeder kann etwas sehen.“

Pascal (32, von links), Maximilian (9), Barti (38) und Wjtek (36) drücken der polnischen Nationalmannschaft die Daumen. Marius Röer
Pascal (32, von links), Maximilian (9), Barti (38) und Wjtek (36) drücken der polnischen Nationalmannschaft die Daumen.
Pascal (32, von links), Maximilian (9), Barti (38) und Wjtek (36) drücken der polnischen Nationalmannschaft die Daumen.

Zwischen den ganzen orangenen und rot-weißen Shirts blitzen aber auch immer mal wieder Deutschland-Trikots hervor. „Die Stimmung mit dem DJ ist heute noch einmal deutlich besser als am Freitag, als Deutschland das erste Spiel hatte“, meint der 29-jährige Yannik aus Hamburg.

Yannik (29, von links), Jan (34) und Philipp (35) freuen sich über die gute Stimmung auf dem Fan Fest am Heiligengeistfeld. Marius Röer
Yannik (29, von links), Jan (34) und Philipp (35) freuen sich über die gute Stimmung auf dem Fan Fest am Heiligengeistfeld.

Das Fan-Fest wurde zuvor in zwei Bereiche aufgeteilt: In der Fan Zone, dem Event-Dorf mit zwei Leinwänden, können sich all diejenigen aufhalten, die nicht in der Public Viewing Arena mit der 100 Quadratmeter großen Videowand in der Menge stehen wollen. Hier gibt es außerdem viele Essensbuden, Torwandschießen, Billiard-Fußball und ein Riesenrad. Eine Fahrt allerdings nicht günstig: Für einen Blick von oben bezahlen Erwachsene acht Euro, Kinder fünf Euro.

Euro 2024: So viel kostet ein Bier auf dem Fan Fest

Lange Schlangen bildeten sich währenddessen vor den Getränke-Buden: Denn wie bei jedem Groß-Event ist auch hier das Mitnehmen von Flaschen nicht gestattet. Wer es trotzdem vergisst, kann die Flasche oder den Rucksack für zwei Euro in einem Extra-Zelt abgeben. Ein 0,4 Liter Bier kostet auf dem Fan Fest fünf Euro (plus zwei Euro Pfand). Wer einen Becher hat, kann ihn dann aber auch kostenlos am Wasserspender wieder auffüllen.

Die niederländischen Fans feierten am Sonntag ihren ersten EM-Sieg gegen Polen. Marius Röer
Die niederländischen Fans feierten am Sonntag ihren ersten EM-Sieg gegen Polen.
Die niederländischen Fans feierten am Sonntag ihren ersten EM-Sieg gegen Polen.

Wer dann anschließend auf Toilette muss, sollte sich ebenfalls auf längere Wartezeiten einstellen: Besonders in der Halbzeit bildeten sich längere Schlangen. Eine Sitzung auf dem „stillen Örtchen“ kostet 50 Cent – wer allerdings öfter muss, für den hat der Betreiber „Toilettenfee“ eine Flatrate ins Leben gerufen: Für fünf Euro kann man so oft auf Toilette gehen, wie man will.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp