Luca App
  • IN Hamburg ist man sich noch nicht sicher, ob die Luca-App-Lizenz verlängert werden soll.
  • Foto: imago / ari

Umstrittene Luca-App: Wie geht es jetzt in Hamburg weiter?

Die Luca-App ist vor allem bei Datenschützern umstritten. Einzelne Gesundheitsämter und der Landkreistag sehen wiederum Vorteile. In einem Bundesland ist es schon klar, ob die App weiter genutzt wird – in Hamburg ist man sich noch unsicher.

Die Zukunft der Luca-App zur Nachverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie ist in fast allen Bundesländern mit einer Luca-Lizenz noch offen, auch Hamburg gehört dazu. Während in Schleswig-Holstein schon entschieden ist, den Vertrag mit dem privaten Betreiber zu kündigen, prüfen zwölf Länder dies erst.

Luca-App-Lizenz: Hamburg hält sich Verlängerung offen

Die Hansestadt Hamburg als Vielnutzerin der Luca-App und Heimat des ersten Luca-Repräsentanten Smudo von den Fantastischen Vier hält sich eine Entscheidung zur Verlängerung der Lizenz noch offen. „Eine Entscheidung muss bis Ende Februar fallen“, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde. Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen und Bürger wiederum anonym über ein mögliches Infektionsrisiko informieren. Auch Impfnachweise können hinterlegt werden.


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Datenschützer sehen Risiken in der zentralen Speicherung von Daten bei Luca, die Hersteller verweisen auf einen Schutz durch Verschlüsselungstechnik. Die App wird von Gesundheitsämtern unterschiedlich oft genutzt. Der Deutsche Landkreistag beurteilt Luca positiv. „Das Luca-System kann die Gesundheitsämter entlasten und sollte deshalb weiterhin im Einsatz bleiben“, sagte eine Sprecherin.

Smudo: Hamburger Rapper spricht sich für Luca-App aus

Die Anwendung sorgte jüngst aber für eine öffentlichen Kontroverse. In Mainz hatte die Polizei gemeinsam mit dem Gesundheitsamt bei der Suche nach Zeugen eines tödlichen Sturzes in einer Gaststätte auf Daten aus der Luca-App zurückgegriffen. Danach hatten einzelne Politiker öffentlich dazu aufgerufen, die Luca-App von den mobilen Telefonen zu löschen und die Bundesländer aufgefordert, auslaufende Verträge mit dem Anbieter nicht zu verlängern.

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Der in Hamburg lebende Rapper Smudo hat die Luca-App gegen Vorwürfe von Netzpolitikern der Grünen und der FDP verteidigt. Für deren Aufruf, die App zu deinstallieren, habe er kein Verständnis, sagte Smudo der „Bild“. Er hat die App mitentwickelt, um seiner Band und anderen Künstlern in der Corona-Pandemie wieder Auftritte zu ermöglichen. Der Sänger ist an der Betreibergesellschaft der Luca-App wirtschaftlich beteiligt. (mp/dpa)

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