In Hamburg waren am Freitag mehrere tausend Menschen für die „Fridays for Future“-Bewegung auf den Straßen.
  • In Hamburg waren am Freitag mehrere tausend Menschen für die „Fridays for Future“-Bewegung auf den Straßen.
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

„Fridays for Future“: Scharfe Kritik an Hamburgs Klima-Politik

„Leute, die Welt brennt“, „There is no Planet B!“ und „Klimaschutz kennt keine Grenzen!“. Mit diesen Parolen gingen heute Tausende in Hamburg zum globalen Klimastreik auf die Straße. Ihre Forderung: Der Senat soll Hamburg schnell zur Klimaneutralität bringen. Die Demonstranten in der Hamburger Altstadt schickten auch an das Bundesverkehrsministerium eine klare Botschaft.

Rund 5500 Menschen haben am Freitag in Hamburg laut Polizei bei einem sogenannten globalen Klimastreik der Bewegung „Fridays for Future“ demonstriert. Die Bewegung sprach dagegen von rund 12.000 Menschen. Los ging es am Jungfernstieg. „Die Zahl der Autos auf den deutschen Straßen muss runter“, forderte Annika Rittmann von „Fridays for Future“ in einer Rede. „Das Schienennetz der Bahn: Taktung und Pünktlichkeit müssen erhöht und die Fahrpreise gesenkt werden.“ Aber das Bundesverkehrsministerium tue alles, damit all das nicht umgesetzt werden könne.

Bundesweit gab es mehr als 200 Aktionen

Annika K. (21) aus Groß Borstel: „Fridays for Future ist eine riesige Bewegung und wird immer noch gehört. Trotzdem ist klimapolitisch noch nicht genug passiert. Deswegen demonstrieren wir auch weiterhin. Diese Großdemos sind unfassbar wichtig, um viele verschiedene Menschen auf die Straße zu bringen.“ Marius Roeer
Annika K.
Annika K. (21) aus Groß Borstel: „,Fridays for Future‘ ist eine riesige Bewegung und wird immer noch gehört. Trotzdem ist klimapolitisch noch nicht genug passiert. Deswegen demonstrieren wir auch weiterhin. Diese Großdemos sind unfassbar wichtig, um viele verschiedene Menschen auf die Straße zu bringen.“

Es war bereits der zwölfte globale Klimastreik. Bundesweit sollte es dieses Mal mehr als 200 Aktionen geben. Den Aktivisten zufolge waren Demonstrationen auf allen Kontinenten geplant. Aus ihrer Sicht handelt die Politik nicht ausreichend, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Martin (45) aus Wilhelmsburg: „Momentan werden wir eher nicht gehört. Aber wir müssen weitermachen und auf die Straße gehen, damit wir irgendwann wieder mehr Beachtung finden. Dafür sind Massendemonstrationen wie diese extrem wichtig.“ Marius Roeer
Martin
Martin (45) aus Wilhelmsburg: „Momentan werden wir eher nicht gehört. Aber wir müssen weitermachen und auf die Straße gehen, damit wir irgendwann wieder mehr Beachtung finden. Dafür sind Massendemonstrationen wie diese extrem wichtig.“

„Oma, was ist ein Schneemann?“, „Dein Planet, Deine Wahl“ oder „Kurzstreckenflüge nur für Insekten“ war auf den Plakaten in der Hamburger Innenstadt zu lesen. Eine Gruppe Kinder hielt ein großes Transparent mit der Aufschrift „Unsere Zukunft in Euren Händen“ in die Höhe und rief: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut.“

„Fridays for Future“ bemängelt Hamburger Klimaschutzgesetz

Amelie (26) aus St. Pauli: „Ich glaube nicht mehr, dass wir noch viele Leute erreichen. Gerade bei der FDP haben viele den Schuss nicht gehört. Aber neben zivilem Ungehorsam und Demos bleiben uns nicht viele Mittel. Wir müssen eben versuchen von allen Seiten aus Druck zu machen, dann kann es weiter gehen.“ Marius Roeer
Amelie
Amelie (26) aus St. Pauli: „Ich glaube nicht mehr, dass wir noch viele Leute erreichen. Gerade bei der FDP haben viele den Schuss nicht gehört. Aber neben zivilem Ungehorsam und Demos bleiben uns nicht viele Mittel. Wir müssen eben versuchen, von allen Seiten aus Druck zu machen, dann kann es weitergehen.“

Die Bewegung forderte, das Bundesverkehrsministerium müsse „endlich seine Blockade für eine Verkehrswende aufheben“. Eine schnelle Wende Weg vom Bau neuer Autobahnen hin zu emissionsarmer und kostengünstiger Mobilität für alle Menschen sei dringend notwendig.

Paul (21) aus Bayreuth: „Ich wünsche mir eine sehr viel ambitioniertere Klimapolitik. Durch die Bundesregierung, in der auch die Grünen sitzen, konnten unsere Hoffnungen zum Klimaschutz nicht erfüllt werden. Was wir jetzt brauchen, ist Bildungsarbeit, eine veränderte Denkweise in Betrieben, Organisationen und auch an den Universitäten. Natürlich muss sich auch die politische Arbeit entwickeln, dafür sind diese Demonstrationen wichtig. Die werden mehr gehört als irgendwelche Online-Petitionen.“ Marius Roeer
Paul
Paul (21) aus Bayreuth: „Ich wünsche mir eine sehr viel ambitioniertere Klimapolitik. Durch die Bundesregierung, in der auch die Grünen sitzen, konnten unsere Hoffnungen zum Klimaschutz nicht erfüllt werden. Was wir jetzt brauchen, ist Bildungsarbeit, eine veränderte Denkweise in Betrieben, Organisationen und auch an den Universitäten. Natürlich muss sich auch die politische Arbeit entwickeln, dafür sind diese Demonstrationen wichtig. Die werden mehr gehört als irgendwelche Online-Petitionen.“

„Fridays for Future“ bemängelte zudem das neue Hamburger Klimaschutzgesetz. Es reiche in keiner Weise aus, um in Hamburg einen gerechten Anteil an der Einhaltung des Pariser Klimaabkommen beizutragen. Die Aktivistinnen und Aktivisten forderten eine klare Priorisierung des Senats, Hamburg schnellstmöglich zur Klimaneutralität zu bringen. „Hamburgs Regierung versucht noch immer, sich mit halbherzigen Vorstellungen von Klimaschutz ein grünes Image zu verleihen“, monierte Annika Kruse von Fridays for Future.

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Deria (19) aus Buchholz: „Viele hören uns noch und es verändert sich auch einiges. Aber es muss noch umso mehr passieren, deswegen ist es wichtig, dass wir weiterhin auf die Straße gehen. Durch die Demos merken die Leute: „Okay wir sind noch da und machen Krach.“ Marius Roeer
Deria
Deria (19) aus Buchholz: „Viele hören uns noch und es verändert sich auch einiges. Aber es muss noch mehr passieren, deswegen ist es wichtig, dass wir weiterhin auf die Straße gehen. Durch die Demos merken die Leute: „Okay, wir sind noch da und machen Krach.“

Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Grünen-Fraktion Hamburg, sagte anlässlich der Demonstration: „Die Klimaproteste von Fridays for Future dauern nun bereits seit über vier Jahren an.“ Sie seien für Politiker eine ständige Mahnung, denn im Kampf für die Zukunft des Planeten dränge die Zeit. Das sei den Schülern offenbar klarer als vielen Entscheidungsträgern. Es sei zu hoffen, dass die Appelle der Aktivisten in Richtung der FDP auf Bundesebene, klimapolitische Maßnahmen aus dem Ampel-Koalitionsvertrag zügig umzusetzen, an der richtigen Stelle ankommen. (dpa/mp)

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