Elefanten im Tierpark Hagenbeck
  • Auch die Elefanten gibt es während der Sonderführung für Senioren bei Hagenbeck zu sehen.
  • Foto: dpa | Marcus Brandt

Hagenbeck bietet neue Führungen an – extra für Senioren

Warum passen betagte Paviane mit Vorliebe auf die Jüngsten der Gruppe auf? Antworten auf Fragen wie diese bieten die neuen Führungen bei Hagenbeck. Nach Sondertouren für Schulklassen oder Geburtstagsrunden bietet der Hamburger Tierpark jetzt auch Führungen für Senioren an.

„Da ist ja der Lütte! Das ist Berani, den erkennt man an der Sturmfrisur!“, ruft Elbe Wöber entzückt, als sie den kleinen Orang-Utan-Jungen im Affenhaus entdeckt. Die 73-Jährige kennt sich aus im Hamburger Tierpark Hagenbeck, gehört sie doch zu den Freunden des Tierparks und ist regelmäßig zu Besuch.

Tierpark Hagenbeck bietet Senioren-Führungen an

Doch bei der Sonderführung für Senioren lernt auch die Hamburgerin noch etwas dazu. „Besonders beeindruckt hat mich, wie sich die alte Bella um den kleinen Berani kümmert“, erzählt sie. Berani und der fast gleich alte Batu sind Halbwaisen. Beide Mütter sind gestorben, doch im Familienverband der Orang-Utans kümmern sich die anderen Weibchen um die beiden kleinen Raufbolde.


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Seit vielen Jahren bietet die Zooschule Führungen durch den Tierpark an – für Schulklassen, Kindergeburtstage, Firmenevents bis hin zu Abendtörns. Neu im Programm sind Sonderführungen für Senioren.

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„Die Rundgänge beschäftigen sich vorrangig mit dem Altern im Tierreich, mit Familienstrukturen und der besonderen Aufmerksamkeit, die Tierpfleger älteren Tieren schenken“, sagte Sören Reichardt von der Zooschule. Die Dauer jeder Führung liegt bei 90 Minuten, kann aber auch als kürzere Version mit 60 Minuten gebucht werden, wenn die Teilnehmer nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Sören Reichardt Zooschule Hagenbeck
Sören Reichardt, Leiter der Zooschule im Tierpark Hagenbeck

So erfahren die Teilnehmer im Elefantenhaus, dass sich die Tierpfleger um die älteren Elefanten besonders kümmern. „Wenn die Elefanten ihre Zähne verlieren, bekommen sie weicheres Futter“, erläutert Reichardt. Außerdem gibt es gymnastische Übungen, wenn sie sich nicht mehr so gut bewegen können: „Auch Elefanten können Rheuma bekommen.“

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Die Elefantenherde bei Hagenbeck besteht aus drei Generationen, auch hier helfen die älteren Tiere den jüngeren. „Bei einer Geburt ist es sehr wichtig, dass sie erfahrene Tanten dabei haben, die den jungen Müttern helfen können.“ Bei den Aras werden die alten Tiere sehr höflich behandelt. „Die jüngeren lassen den älteren Papageien beim Futter den Vortritt“, erklärt Reichardt.

Harald Thee, der mit seiner Frau Hannedore an der Führung teilnimmt, findet es besonders faszinierend, dass die Papageien-Paare viele Jahre bis zu ihrem Lebensende zusammen bleiben. „Auch wenn ich schon sehr viel über Hagenbeck weiß, erfährt man doch noch viele neue Dinge über die Tiere“, sagt der 77-Jährige. Zum Beispiel, dass betagte Paviane sehr gerne Babysitter spielen und auf Jüngere aufpassen – denn damit genießen auch sie „Welpenschutz“ und werden bei Nahrungsmittelkämpfen verschont. (dpa/mp)

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