Ein Mitarbeiter der Hochbahn kontrolliert in einem Zug der Hochbahn die Fahrkarten. Wird der Begriff „Schwarzfahren“ bald gestrichen?
  • Ein Mitarbeiter der Hochbahn kontrolliert in einem Zug der Hochbahn die Fahrkarten. Wird der Begriff „Schwarzfahren“ bald gestrichen?
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Reinhardt

Gegen Rassismus: HVV verzichtet auf „Schwarzfahren“ – das ist der neue Begriff

Andere Städte wie München, Berlin, Nürnberg und Hannover machen es vor und verzichten im Nahverkehr auf den Begriff „Schwarzfahren“. Stattdessen wolle man die Formulierung „Personen ohne gültigen Fahrschein“ verwenden. Hamburg wird nachziehen, nur der Zeitpunkt steht noch nicht fest.

„Natürlich beschäftigen wir uns auch im HVV laufend mit dem aktuellen Sprachgebrauch“, heißt es auf MOPO-Nachfrage vom HVV. Ein Beispiel dafür sei die inklusive Ansprache. „Um zeitgemäß und vor allem auch eindeutig verständlich zu kommunizieren, sprechen wir schon jetzt in der Regel vom ‚Fahren ohne gültiges Ticket’“, so ein Sprecher Rainer Vohl.

Warum ist der Begriff „Schwarzfahren“ problematisch?

Ganz verschwunden ist der Begriff in Hamburg allerdings noch nicht, das soll sich aber bald ändern: „Wie das Wording zukünftig vollständig abgelöst werden kann, sehen wir uns aktuell an“, sagt Vohl. Dazu gehören unter anderem einige Bereiche der HVV-Website. Aber auch die Aufkleber in Bussen, U-Bahnen und S-Bahnen mit dem Schriftzug: „Finstere Aussichten für Schwarzfahrer – 60 Euro Strafe“ sollen bald ersetzt werden.

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Erst am Wochenende hatten die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra die Entscheidung mitgeteilt, den Begriff „Schwarzfahren“ nicht mehr zu verwenden. „Wir tragen damit der Tatsache Rechnung, dass die Sensibilität für Rassismus stärker geworden ist und das begrüßen wir sehr“, sagte ein Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) begrüßt den Schritt der Üstra, „denn der Begriff hat für schwarze Menschen einen negativen Anklang“, sagte ISD-Sprecher Tahir Della der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Auch wenn der Begriff nicht rassistisch angelegt sei, bewirke er trotzdem, dass schwarz für etwas Negatives stehe. (aba/dpa)

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