Ist das Haspa-Azubi-Wohnheim für den Gestank verantwortlich? Hier ein Bild vom Richtfest des Gebäudes im Februar 2024.

Ist das Haspa-Azubi-Wohnheim für den Gestank verantwortlich? Hier ein Bild vom Richtfest des Gebäudes. Foto: Patrick Sun

Ekel-Geruch nach Neubau in Hamburg: Hilfe, bei uns stinkt’s!

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Am Alsenplatz in Altona-Nord stinkt’s. Sowohl die Anwohner rund um den Alsenplatz und die Alsenstraße sowie die Langenfelder Straße als auch Passanten beschweren sich über furchtbaren Gestank: Eine Wolke Fäkalgeruch soll über dem Areal liegen. Liegt es am neuen Haspa-Azubi-Wohnheim? Hamburg Wasser hat einen anderen Verdacht.

Auf dem Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de sind sich die Anwohner über die Tatsache, dass es in ihrem Wohngebiet gehörig stinkt, einig. Über die Gründe für den Gestank wird jedoch wild spekuliert: Trockenheit, Ratten, oder doch der Neubau des 2024 eingeweihten Haspa-Azubi-Wohnheims?

Im Nachbarschaftsforum kursieren die Gerüchte, dass beim Haspa-Neubau Fehler begangen wurden und der Gestank durch fehlende Lüftungsrohre verursacht wird. Diese Vorwürfe ließen sich allerdings nicht bestätigen, wie eine Sprecherin der Hamburger Sparkasse dem „Abendblatt“ sagte. Der Geruch sei bereits vor Beginn der Bauarbeiten aufgefallen und ein Baufehler sei auszuschließen.

Sanierungsarbeiten in der Kanalisation könnten der Grund sein

Dass der Geruch mit dem Start der Bauarbeiten des Azubi-Wohnheims im Jahr 2022 in Zusammenhang gebracht wird, könnte hingegen einen ganz anderen Grund haben: Ebenfalls im Jahr 2022 startete Hamburg Wasser mit umfänglichen Sanierungsarbeiten am Transportsiel Altona – die bis heute anhalten. „Dazu ist es nötig, Abwasser innerhalb unseres Sielnetzes teilweise umzuleiten, damit die Arbeiten überhaupt stattfinden können und das Abwasser parallel abgeleitet werden kann“, erklärt Anna Vietinghoff von Hamburg Wasser. „Bei derartigen Umleitungen kann es ab und zu zur Geruchsbildung kommen.“

Vietinghoff bestätigt, dass auch bei Hamburg Wasser Meldungen über den Geruch am Alsenplatz eingegangen seien. „Sechs Stück innerhalb der letzten zwei Wochen.“ Man schicke regelmäßig Kolonnen aus, um die abwassertechnischen Anlagen vor Ort zu prüfen. „Diese funktionieren einwandfrei“, so Vietinghoff. Der Alsenplatz liege allerdings im Bereich der Umleitungsstrecke: „Es besteht eine hydrologische Verbindung. Daher ist es möglich, dass die jetzigen Geruchsentwicklungen damit im Kontext stehen“.

Anwohner über Geruchsentwicklung informiert

Man habe die Anwohner der betroffenen Areale bereits mit einem Schreiben über die mögliche Geruchsentwicklung informiert. 20.000 Haushalte in den Bereichen Holstenkamp/Ecke Bornkampsweg, Steindamm zwischen Daimlerstraße und Schützenstraße bis runter zur Elbchaussee und rund um den Kaltenkircher Platz sollten ein Schreiben erhalten haben.

Aber es gibt auch gute Nachrichten von Hamburg Wasser: Sofern das Wetter mitspielt, sollen im September die Sanierungsarbeiten in dem Bereich abgeschlossen werden. Als nächstes sei dann der Kontrollschacht in der Daimlerstraße 68 dran. Informationen zu den aktiven Baustellen stellt Hamburg Wasser auf seiner Website zur Verfügung.

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Ob das Rätsel um den Fäkalgestank am Alsenplatz damit gelüftet ist, wird sich also spätestens im September zeigen. So oder so freue man sich bei Hamburg Wasser über Geruchshinweise aus der Bevölkerung: „Wir kontrollieren die Sielsysteme zwar regelmäßig, aber wir haben unsere Nasen nicht immer überall“, sagt Vietinghoff. Daher sei man auf solche Meldungen angewiesen.

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