Eine Ratte hat am Mittwochmorgen für einen Kurzschluss bei der Hochbahn gesorgt. (Symbolbild)
  • Eine Ratte hat am Mittwochmorgen für einen Kurzschluss bei der Hochbahn gesorgt. (Symbolbild)
  • Foto: imago/blickwinkel

Fataler Fehler: Wie eine Ratte die Linie U1 lahmlegte

Mittwochmorgen gegen 7 Uhr, mitten im Pendlerverkehr: Auf der Linie U1 fahren zwischen den Haltestellen Buchenkamp und Ahrensburg West auf einmal keine Bahnen mehr. Für zwei Stunden müssen Taxen den Ersatzverkehr leisten. Eine Ratte hatte sich buchstäblich in ein Betriebsgebäude der Hochbahn hinein gefressen.

Die MOPO fragte bei der Hochbahn nach, wie eine einzige Ratte den kompletten Betrieb in diesem Bereich lahmlegen konnte.

Hamburg U1: Ratte legt U-Bahn-Linie lahm

„Die U-Bahnen benötigen zum Fahren sehr viel Strom und es gibt Stromleitungen, die in unser Betriebsgebäude in Ahrensburg-West hineinführen“, sagt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Über das besagte Gebäude laufe die gesamte Stromversorgung der U-Bahn-Schienen in dem Gebiet zwischen Ahrensburg-West und Buchenkamp.

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„Die Ratte hat sich zwischen Kabel und Hauswand durchgefressen und ist so ins Gebäude gelangt“, so Kreienbaum. „Da ist eine Abdichtungsmasse, die hat sie erfolgreich durchgebissen.“ Anschließend sei das Tier weiter rein ins Gebäude gelaufen, habe dann aber einen entscheidenden „Fehler“ gemacht.

U1 Hamburg: U-Bahn-Strecke für zwei Stunden gesperrt

„Die Ratte hat sich als Verbindung genau zwischen die Stromleitungen und ein Gehäuse gestellt und dadurch einen Kurzschluss ausgelöst“ sagt der Sprecher. „Dieser Kurzschluss hat der Ratte dann das Leben gekostet, unsere Techniker haben sie tot an der besagten Stelle gefunden.“

Als gegen sieben Uhr morgens der Strom plötzlich ausfiel, habe die Hochbahn noch nicht gewusst, dass es sich um eine Ratte handele. „Wir können dann nicht einfach so einen Schalter umlegen und der Strom ist wieder da“, erklärt Kreienbaum. „Sondern wir müssen herausfinden, woher der Kurzschluss kam, damit die U-Bahnen sicher ihre Fahrt fortsetzen können.“ In dem Fall habe der Kurzschluss den Schaltkreis zwischen Buchenkamp und Ahrensburg West getroffen.

Ratte frisst sich ins Gebäude und sorgt für Kurzschluss

Zunächst befürchteten die Techniker, dass die Ratte sich durch einige Kabel gebissen hatte – dazu kam sie allerdings vor ihrem Tod nicht mehr. „Das wäre noch sehr viel aufwändiger gewesen, weil die Kabel dann hätten ersetzt werden müssen“, so Kreienbaum.


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Gegen 9.15 Uhr gab es dann grünes Licht und die U-Bahnen rollten wieder wie gewohnt. Kann so etwas häufiger passieren? Laut der Hochbahn sei das in der Vergangenheit schon mal vorgekommen, allerdings nur sehr selten.

„Wir fahren nun einmal oberirdisch, sowohl in den Waldgebieten als auch in der Großstadt kann es immer mal sein, dass Ratten sich dorthin verirren“, erklärt der Sprecher. Hundertprozentigen Schutz gebe es vor den kleinen Nagetieren nun einmal nicht, denn „wenn die irgendwo reinwollen, dann kann man sie nur sehr schwer davon abhalten.“

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