• Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grünen, v.l.), HVV-Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt und Hochbahn-Chef Henrik Falk präsentieren die neue Ticket-Funktion „hvv any“.
  • Foto: Patrick Sun

Neue Technik ab Frühjahr: Nie wieder HVV-Tickets kaufen!

Ein Wisch auf dem Display nach Rechts und der Button „Fahrt beginnen“ wechselt von blau zu grau. Es kann losgehen! Unter dem Motto „Erst fahren, dann zahlen“ hat der HVV am Donnerstag ein neues Ticket-System vorgestellt, das ausschließlich auf dem Smartphone verfügbar ist. Alle Umstiege und Fahrten werden von „hvv any“ dabei automatisch erfasst.

Möglich ist das durch sogenannte „Beacons“. Dabei handelt es sich um Sender, die im System als Markierungspunkte dienen und vom eigenen Smartphone erkannt werden können.

HVV und Hochbahn stellen neues Ticket-System vor

In der Praxis sieht das dann so aus: Der Fahrgast betritt zum Beispiel an der U-Bahn-Station Barmbek die U3, steigt dann an der Sternschanze in die S-Bahn um und fährt bis Altona. Später geht es dann auf dem gleichen Weg wieder zurück. Um die Fahrkarten zu kaufen, muss der Fahrgast sich vor Fahrtantritt – aber spätestens ein paar Minuten später – per Button einchecken. Den Rest erledigt die App: Umstiege werden laut dem HVV automatisch registriert und der Nutzer fünf bis zehn Minuten nach Verlassen der Haltestelle ausgecheckt. Letzteres ist aber auch manuell möglich.

Mit einem Wisch nach rechts kann der Fahrgast bei Fahrtantritt das Ticket kaufen.
Mit einem Wisch nach rechts kann der Fahrgast bei Fahrtantritt das Ticket kaufen.

Während der Fahrt ist das Auschecken wiederum nicht möglich. Wird unterwegs kontrolliert, kann der beim Einchecken erstellte QR-Code vom Scanner gelesen werden.

„hvv any“: Fahrgäste zahlen erst am nächsten Tag

Am nächsten Morgen um 6 Uhr trudelt dann eine Mail in den Posteingang der Nutzer ein, in der die Rechnung für den Weg von Barmbek nach Altona und zurück Tags zuvor aufgelistet ist. Laut der Hochbahn berechnet die App stets die tarifgenaue und günstigste Kombination aus allen zurückgelegten Fahrten.

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„hvv Any ist nicht einfach ein weiteres Ticket. Wir schaffen damit eine digitale Lösung für das komplexe Tarifssystem des HVV. Ein riesiger Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden“, ist Anna-Theresa Korbutt, HVV-Geschäftsführerin, überzeugt.

„hvv any“ soll Gelegenheitsfahrer des ÖPNV ansprechen

Der Plan ist, die Tarif-Funktion „hvv any“ in die App „hvv switch“ zu integrieren, in der Fahrgäste bereits Car-Sharing Dienste wie „Miles“ oder den On-Demand-Shuttle „Moia“ buchen können. Entwickelt und umgesetzt wird das Projekt von der Hochbahn in Zusammenarbeit mit dem HVV.

Unter „Deine Fahrten“ sind alle Fahrten von einem Tag aufgelistet, sodass die Rechnung nachvollzogen werden kann.
Unter „Deine Fahrten“ sind alle Fahrten von einem Tag aufgelistet, sodass die Rechnung nachvollzogen werden kann.

„hvv Any richtet sich vorrangig an die ÖPNV-Gelegenheitsfahrer“, erklärt Hochbahn-Chef Henrik Falk. Das meint diejenigen, die eben kein Abo haben, aber immer mal wieder Bus und Bahn nutzen. „Diese machen etwa ein Viertel der Fahrtumsätze aus. Zukünftig müssen sie nicht mehr überlegen, welches Ticket für welche Tarifzone sie im Vorfeld kaufen müssen“, so Falk.

Neue Funktion „hvv any“ gilt für das gesamte HVV-Netz

Innerhalb der App kann der Fahrgast noch vier weitere Personen auf ÖPNV-Fahrt mitnehmen. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Beta-Phase, das heißt ausgewählte Nutzer testen die Funktion im Live-Betrieb. Bis jetzt sind insgesamt 2700 Fahrzeuge, über 50 Stationen und alle Fähren mit Beacons ausgerüstet. Ab Frühjahr 2022 sollen dann alle Fahrgäste „hvv any“ nutzen können. Die neue Tariffunktion gilt im gesamten HVV-Netz mit insgesamt 25 Verkehrsunternehmen. Darunter fallen unter anderem die Regio-Züge, Metronom, Nordbahn, Busse sowie U- und S-Bahn.

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