Fanmärsche zum Derby: Hier wird’s am Freitag eng – eine Stelle birgt Zündstoff
Mehr als 14 Jahre mussten die HSV- und St. Pauli-Fans warten – nun ist es endlich so weit: Das Stadtderby findet wieder in der Bundesliga statt. Die Brisanz kann kaum größer sein – innerhalb und außerhalb des Platzes. Das liegt auch an den Routen der beiden Fanmärsche. Besonders an einer Stelle könnte es kritisch werden.
In Hamburg brodelt es. Das erste Stadtderby in der Bundesliga seit mehr als 14 Jahren steht an. Mit Fanmärschen zum Volksparkstadion wollen sich die Anhänger des Hamburger SV und des FC St. Pauli vor dem Anpfiff am Freitag (20.30 Uhr) auf das brisante Duell einstimmen.
Die Anhänger des HSV treffen sich am Freitag um 15 Uhr am Platz der Republik in Altona. Die Polizei rechnet mit 7000 bis 8000 Fans, die in kleineren Gruppen in Richtung Stadion ziehen, so Sprecher Holger Vehren. Die Route führt unter anderem über die Max-Brauer-Allee, die Bahrenfelder Straße und den Bornkampsweg bis zur Uwe-Seeler-Allee zum Volksparkstadion.
Beide Fanmärsche führen über die Bahrenfelder Straße
Die St. Pauli Fans treffen sich um 16.15 Uhr am Millerntorstadtion. Die Polizei geht davon aus, dass etwa 2000 Anhänger an der Fahrrad-/Rollertour zum Stadion teilnehmen werden. Dann geht es über die Budapester Straße und den neuen Pferdemarkt. Von der Stresemannstraße geht es weiter über die Bahrenfelder Chaussee, ehe es über die Luruper Chaussee bis zum Volkspark geht, wo Fahrräder und Roller auf einem abgesperrten Platz abgestellt werden können.
Besonders heikel: Die Routen der beiden Fanmärsche kreuzen sich an der Kreuzung Stresemannstraße/Bornkampsweg.
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„Die Trennung der Fangruppierungen vor, während und nach dem Spiel ist das Wichtigste“, so Vehren. Idealerweise lassen sich beide Märsche so koordinieren, dass es nicht zum Aufeinandertreffen kommt. Dafür werden zusätzliche Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei vor Ort sein. Zur der genauen Anzahl der Einsatzkräfte gab die Polizei keine Auskunft, jedoch seien ähnlich viele Kräfte wie bei den vorherigen Hamburger Stadtduellen unterwegs. Im Mai 2024 waren beim Derby in der 2. Liga insgesamt rund 1900 Einsatzkräfte vor Ort, darunter 600 aus Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bayern und von der Bundespolizei.
Polizei stuft Derby als Hochrisikospiel ein
Das Volksparkstadion ist mit 57.000 Zuschauern ausverkauft, ungefähr 5500 Gäste-Anhänger werden erwartet.
Die Partie wird von der Polizei als Hochrisikospiel eingestuft, weshalb unter anderem kein Alkohol im Stadion ausgeschenkt werden wird. Insgesamt rechnet die Polizei mit rund 600 Problemfans des HSV zuzüglich Unterstützern aus Kopenhagen, Lübeck und Hannover. Auf Seiten des FC St. Pauli geht die Polizei von etwa 450 Problemfans aus. Hinzu kommen etwa 150 Fans aus Bremen, München und Babelsberg.
Ergänzend zu den vielen Einsatzkräften werden auch Drohnen eingesetzt. Diese würden als „Einsatzmittel zu Lageerkenntnissen“ eingesetzt werden. Im Hamburger Stadtderby könnten sie je nach Bedarf eingesetzt werden. Beide Fangruppen sahen den Einsatz von Drohnen in der Vergangenheit kritisch.
Fußballspiel und Konzert: Verkehrseinschränkungen möglich
Der HSV gibt sich zuversichtlich, dass das Derby trotz aller Rivalität und Intensität reibungslos ablaufen wird. „Aus den Erfahrungen der vergangenen Derbys wissen wir, dass die Abläufe sehr gut funktioniert haben und die Spiele störungsfrei verlaufen sind“, teilte der Verein mit.
Bei St. Pauli hofft Paul Kreie vom Fanladen, dass „alle wieder heile nach Hause kommen“. Für Bedenken sorgt das Cro-Konzert, das am selben Tag auf der Trabrennbahn stattfindet. Dort werden nochmal bis zu 30.000 Menschen erwartet. Dann seien mit den Fußballfans und den Fans von Cro „enorm viele Menschen“ an einem Ort.
Verkehrshinweise zur Anreise von Bahn und Polizei
Die Polizei rät allen Autofahrern, die betreffenden Gebiete weiträumig zu umfahren. Außerdem ist mit Einschränkungen an den S-Bahn-Stationen rund um den Volkspark zu rechnen. Auch im Innenstadtbereich kann es wegen der Fanmärsche eng werden – besonders zwischen Altona und Bahrenfeld.
Die Bahn bittet darum, zur Anreise neben der Linie S3 in Richtung Pinneberg auch die U2 in Richtung Niendorf-Nord bis zur Station Hagenbecks Tierpark zu nutzen und von dort aus mit dem Bus 22 in Richtung Blankenese weiterzufahren. Zur Rückreise wird es auch einen Shuttle vom Stadion bis zur U2-Station geben. Die S5 endet wegen Bauarbeiten bereits an der Station Diebsteich und kann entsprechend nicht zur An- und Abreise genutzt werden.
Letztes Bundesliga-Duell liegt bereits 14 Jahre zurück
Die beiden Mannschaften trafen zuletzt am 16. Februar 2011 in der Bundesliga aufeinander. Damals gewann der Kiezclub im Volksparkstadion mit 1:0 durch ein Tor von Gerald Asamoah. Dennoch stieg St. Pauli am Saisonende ab.
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Das jüngste Duell der Stadtrivalen fand am 3. Mai 2024 in der 2. Bundesliga statt. Der HSV setzte sich dank des Treffers von Robert Glatzel mit 1:0 durch. Trotz der Niederlage schaffte der FC St. Pauli den Bundesliga-Aufstieg. Im Mai dieses Jahres zog der Hamburger SV nach. (zc/dpa)
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