Ein grüner Innenhof in der Stadt.
  • Wer einen so schönen grünen Innenhof hat, der kämpft für seine Bäume.
  • Foto: dpa

Fällsaison in Hamburg startet – so retten Sie den Baum vor Ihrem Fenster

Am 1. Oktober ist wieder Startschuss für die jährliche Baumfäll-Saison. Überall in Hamburg dürfen jetzt wieder Fichten, Buchen, Eichen und auch Sträucher und Hecken abgesägt oder umfassend gekürzt werden. Das Grün in der Stadt schrumpft so unaufhörlich weiter. Allein auf Privatgrundstücken werden massiv Bäume gefällt. Doch nicht immer zu Recht. Wer die schöne Eiche oder auch nur die große Vogelbeere vor seinem Fenster bewahren möchte, für den hat der Nabu jetzt eine Retter-Checkliste erstellt.

Jedes Jahr gehen in Hamburg mehr als 6000 Bäume verloren. Allein 5000 Baumfäll-Genehmigungen gehen dabei auf private Fällaktionen zurück, weitere 1000 an Straßenrändern und in Parks und Grünanlagen. Und dahinter können dann gleich mehrere Bäume stehen. Und wenn die Bäume etwa auf der Grundstücksgrenze liegen, verlieren auch die Nachbarn den Blick in eine grüne Baumkrone. Vom Lärmschutz, den Klimafolgen und dem Verlust von Lebensraum für Tiere ganz zu schweigen.

Aktivisten haben ein Plakat in den Baum gehängt.
Aktion gegen eine geplante Baumfällung. Aber auch weniger aufwändige Aktionen können Bäume retten.

Doch dem Kettensägen-Massaker muss niemand machtlos zusehen. Auch nicht, wenn der Eigentümer fällen lässt und man „nur“ einer von vielen Wohnungsmietern auf dem Grundstück ist. Denn zur Fällung von Bäumen auf Privatgelände wird eine Ausnahmegenehmigung vom Bezirksamt benötigt. „Wenn jemand eine unrechtmäßige Fällung vermutet, so bieten wir Unterstützung an“, sagt Katharina Schmidt, Referentin für StadtNatur beim Nabu Hamburg.



Immer häufiger klingeln beim Nabu die Telefone, weil Bürger beim Baumschutz um Hilfe bitten. Mal hat jemand erfahren, dass bestimmte Bäume oder Baumgruppen gefällt werden sollen. Oder es sind bereits Bäume gefallen, und jemand will Schlimmeres verhindern. Auch bei den vielen Baumaßnahmen in der Stadt, bei denen die Grundstücke erst einmal freigeräumt werden. „Leider kann der Nabu nicht jedem Einzelfall nachgehen, denn es sind einfach zu viele solcher Fälle geworden“, so Schmidt.

Daher hat der Nabu nun eine Retter-Checkliste erstellt. „Darin zeigen wir mögliche Handlungsschritte auf, die bei einer drohenden Baumfällung hilfreich sein können.“ So kann zunächst einmal nach einer Fällgenehmigung gefragt werden, die in schriftlicher Form vorliegen muss. Wenn sich in dem Baum Nester, Kobel und Höhlen befinden, dann muss sogar eine artenschutzrechtliche Genehmigung vorliegen. Die kann beim Artenschutzreferat gecheckt werden – in der Checkliste des Nabu sind auch alle möglichen Adressen von Ansprechpartnern, bei denen nachgefragt werden kann. Und Musterbriefe an die zuständigen Behörden, wenn die Zeit dafür ausreicht.

Läuft eine Fällaktion bereits, dann kann auch notfalls die Polizei eingeschaltet werden. Die entscheidet dann nach eigenem Ermessen, ob sie vorbeikommt.

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Schmidt: „Das Stadtgrün erfüllt wichtige Funktionen, die den in der Stadt lebenden Menschen zugutekommen, z.B. klimatischer Ausgleich, Schadstofffilterung, Freizeit- und Erholungsraum und Lärmdämmung. Deshalb setzt sich der Nabu für den Erhalt und die Förderung der StadtNatur ein – in Gärten, Grünanlagen, entlang von Straßen, Gewässern, an Gebäuden und auf Unternehmensgelände.“

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