Hamburg: Werden die Schulen und Kitas weiterhin geschlossen bleiben?
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Experten schlagen Alarm: Ängste, Depressionen, Störungen: Kinder leiden unter Lockdown!

Mit einem dramatischen Appell wenden sich Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater aus ganz Deutschland an die Regierung. Die psychischen Belastungen für Kinder und Jugendliche steigen täglich – die Therapieplätze reichen kaum noch aus. Die Hauptthemen: Angststörungen, Depressionen, Schlaf- und Essstörungen sowie Substanzmissbrauch. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen müssten mit hoher Priorität mit in die Pandemiebekämpfung einbezogen werden.

In einem offenen Brief greifen die Experten die Untersuchungsergebnisse einer Befragung des Bundesverbandes der Vertragspsychotherapeuten auf, in dem die Antworten von mehr als 10.000 Kindern und Jugendlichen ein alarmierendes Bild zeigen. Ängste verstärkten sich oder träten zum ersten Mal auf, im häuslichen Umfeld sei mehrfach von Spannungen und Gewalt berichtet worden. Die Leistungen fielen ab, Versagensängste stiegen, und der erhöhte Medienkonsum – gepaart mit schlechtem Essen – führe zu Gewichtszunahmen.

Kinder und Jugendliche: Der Lockdown hat negative psychische Folgen 

In den eigenen Beobachtungen der Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater kommen noch Schlaf- und Essstörungen, sowie Substanzmissbrauch hinzu, heißt es in dem Brief. Es fehle an Ausgleich durch Schule, Kita, Sport und allgemein soziale Kontakte. Das Problem zeige sich über alle Altersgruppen hinweg. Die Nachfrage nach Therapieplätzen sei enorm gestiegen. Der Fokus liege derzeit auf den stark belasteten Kindern und Jugendlichen, was zur Folge habe, dass reguläre Behandlungen aufgeschoben würden oder ausfielen. 

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Am vergangenen Wochenende richtete sich die „Initiative Familie“ ebenfalls in einem offenen Brief an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und den gesamten Senat. Der zu Beginn der Corona-Pandemie gegründete Verein fordert: Nehmt die Last der Pandemiebekämpfung von den Schultern der Kinder und Jugendlichen. Sie appellieren für die Öffnung von Schulen und Kitas unter Einhaltung geeigneter Hygienemaßnahmen.

Hamburg: Corona-Maßnahmen sollten kindgerechter werden

„Finden Sie mildere Mittel zur Eindämmung der Pandemie für Kinder und Jugendliche in Hamburg, denn es ist unsere Aufgabe als Erwachsene, die Kinder zu schützen“, heißt es im Brief der „Initiative Familie“. Die Schließungen müssten beendet, Konzepte und finanzielle Mittel sollten bereitgestellt werden, um in den Schulen und Kitas Tests durchzuführen. Nur so könnten infizierte Personen identifiziert und schnellstmöglich isoliert werden. Die Infektionsschutzmaßnahmen sollten kindgerechter werden.

Neben den psychischen Folgen für Kinder und Jugendliche stellt die „Initative Familie“ die Schwierigkeiten im schulischen Bereich in den Vordergrund. Sie schreiben unter anderem von Folgen wie „massiven Bildungsverlusten, die dem Grundrecht auf Bildung und Chancengleichheit entgegenstehen.“ Hinzu komme die fehlende Sprachförderung der Jüngsten oder die Vorbereitung der Vorschüler. (sr)

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