Die Teilnehmer der Fridays for Future Demonstration fordern eine deutlich konsequentere Klimapolitik.
  • Die Teilnehmer der Fridays for Future Demonstration fordern eine deutlich konsequentere Klimapolitik.
  • Foto: Florian Quandt

„Es passiert nichts!“ Zehntausende demonstrierten in Hamburg bei Fridays For Future

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ – „Peter Tschentscher, schläfst du noch? Hörst du uns nicht streiken?“ – „Kohlestopp! Kohlestopp!“ Mit diesen Parolen zogen mehr als 20.000 Hamburgerinnen und Hamburger beim globalen Klimastreik von Fridays For Future (FFF) durch die Innenstadt. Ihre Forderungen: Es kann nicht mehr so weiter gehen. Die anstehende Wahl müsse zu einer „Klimawahl“ werden.

Schon vor dem offiziellen Beginn um 12 Uhr war die Willy-Brandt-Straße in der Hamburger Altstadt gut gefüllt. Tausende versammelten sich mit selbst gebastelten Plakaten vor der Bühne, um für eine konsequentere Klimapolitik zu protestieren.

Fridays for Future in Hamburg: „Zusammen Flagge zeigen“

Alle freuten sich, mal wieder in großer Masse demonstrieren zu können. „Ich finde es super, dass wir zusammen Flagge zeigen können“, sagt der 65-jährige Thomas Maack vom Nabu Hamburg. „Die Politik muss sich endlich durchsetzen gegen den Lobbyismus und eine wirkliche Energiewende möglich machen“, ergänzt Silke Bruns (49), ebenfalls vom Nabu.

Silke Bruns (49), Thomas Maack (65) und Günter Lach (60) (von links) vom Nabu fordern konsequenteren Klimaschutz.
Silke Bruns (49), Thomas Maack (65) und Günter Lach (60) (von links) vom Nabu fordern konsequenteren Klimaschutz.

Eins ist klar: Die Teilnehmenden sind enttäuscht von der Politik. „Ich höre seit über 15 Jahren, dass ein Strukturwandel kommen soll, aber es passiert einfach nichts!“, zeigten sich die beiden Rentnerinnen Katharina Hartmann und Kathrin Hensel (67) wütend. Mit dabei hatten sie an diesem Tag eine riesige Regenbogen-Flagge und einen gelben Regenschirm mit handgeschriebenen Parolen.

Kathrin Hensel (67) und Katharina Hartmann (67, von links) sind enttäuscht von der bisherigen Klimapolitik.
Kathrin Hensel (67) und Katharina Hartmann (67, von links) sind enttäuscht von der bisherigen Klimapolitik.

Und dann ging’s los in Richtung Jungfernstieg. Coronabedingt gab es mit Flatterband abgesperrte Blöcke, die sich einer nach dem anderen um die Binnenalster schoben. Die Teilnehmenden waren dabei bunt durchgemischt: Kita-Kinder und Jugendliche demonstrierten Seite an Seite mit Erwachsenen, Familien mit Kindern und Rentnern. „Es ist ein super Gemeinschaftsgefühl und gibt Hoffnung auf die Zukunft“, meint die 18-jährige Selina Schmidt von „Volunteers for Future“, die gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Selina Schmidt (18, links) demonstriert mit den anderen „Volunteers for Future“ am globalen Klimastreiktag.
Selina Schmidt (18, links) demonstriert mit den anderen „Volunteers for Future“ am globalen Klimastreiktag.

Das Problem: Es waren so viele Demonstranten vor Ort, dass die Spitze des Zuges bereits wieder in die Willy-Brandt-Straße einbog, als der letzte Block am Rödingsmarkt noch nicht einmal losgelaufen war. FFF spricht von 80.000 Teilnehmern, die Polizei allerdings nur von 26.000. Vor Ort wurde die Maskenpflicht überwiegend eingehalten, Abstand halten war aufgrund der Menschenmassen deutlich schwieriger.

Fridays for Future spricht von 80.000 Teilnehmern beim globalen Klimastreik in Hamburg.
Fridays for Future spricht von 80.000 Teilnehmern beim globalen Klimastreik in Hamburg.

„Meine Erwartungen wurden absolut übertroffen“, freut sich FFF-Sprecherin Emma Pfeuffer im Gespräch mit der MOPO. „Es ist so schön zu sehen, wie vielen Menschen Klimaschutz wichtig ist.“ Die Parteien könnten das nicht überhören. Es brauche jetzt Klimapläne, die konform seien mit dem 1,5 Grad-Ziel.

Hamburg: Prominente Unterstützung für Fridays for Future

Prominente Unterstützung bekamen die Klimaaktivisten auf der Bühne von der Band „AnnenMayKantereit“, der Hamburger New-Comerin Zoe Wees sowie Jan Delay.

Prominente Unterstützung: Jan Delay sang passenderweise seinen Song „Vergiftet“ auf der Demo.
Prominente Unterstützung: Jan Delay sang passenderweise seinen Song „Vergiftet“ auf der Demo.

„Durch solche Aktionen wie heute können wir zeigen, wie viele wir sind“, sagte der Sänger der MOPO. „Das ist ja das Elementare dieser Bewegung. So kann es nicht weitergehen und jeder Mensch, dem die Zukunft wichtig ist, sollte das unterstützen.“

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