Mieterhöhung Symbolbild
Mieterhöhung Symbolbild
  • Hamburg, Berlin, München: Überall steigen die Mieten und Nebenkosten stark an (Symbolbild).
  • Foto: Imago

Es hört nicht auf: Mieten in Hamburg steigen weiter drastisch

Alles wird teurer: Nicht nur die Nebenkosten, auch die Mieten sind in Hamburg im vergangenen Jahr gestiegen – und zwar stärker als in den anderen deutschen Großstädten. Das liegt vor allem an der Zinswende und dem Ukraine-Krieg. Und es könnte sogar noch schlimmer werden.

Eine Auswertung, die von der Online-Plattform „Immowelt“ in Auftrag gegeben wurde, zeigt: Die Mieten in Hamburg sind 2022 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte gestiegen – unter den vier deutschen Millionenstädten ist die Hansestadt damit Spitzenreiter. Teil der Auswertung waren Bestandswohnungen mit einer Größe von 40 bis 120 Quadratmetern in 79 deutschen Großstädten. In Hamburg kostet der Quadratmeter nun 12,50 Euro. 2021 waren es noch 11,70 Euro.

Wohnungsmarkt: Bundesregierung verfehlt Neubauziel

Teuerste Millionenstadt ist weiterhin München, wo der aktuelle Median für den Quadratmeterpreis bei satten 18,70 Euro liegt. Hier sind die Mieten um vier Prozent gestiegen. Auch die Metropolen Berlin und Köln sind teurer geworden, hier zahlen Mieter:innen 10,90 Euro und 11,90 Euro pro Quadratmeter. In Frankfurt scheint die Grenze des Unbezahlbaren erreicht worden zu sein – die Mietpreise sind hier zum ersten Mal seit Jahren minimal gesunken. So konnte Stuttgart die Mainmetropole überholen und ist nun mit 13,90 Euro pro Quadratmeter die zweitteuerste Großstadt Deutschlands.

Laut „Immowelt“ sind die hohen Mieten vor allem durch die hohe Nachfrage und das begrenzte Angebot zu erklären. Der Bauzins sei in den letzten zwölf Monaten erheblich gestiegen, weshalb sich viele Menschen den Immobilienkauf nicht mehr leisten könnten – und stattdessen Mietobjekte suchten. Auch die von der Bundesregierung angekündigte Wohnungsbau-Offensive habe ihr selbst gesetztes Neubauziel deutlich verfehlt. Der Wohnungsmangel in den Metropolen könne sich dadurch in Zukunft sogar noch verschärfen. Zusätzlich sorge der Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine laut „Immowelt“ für Druck auf den Mietmarkt.

Mietpreise: Auch kleinere Großstädte werden immer teurer

Aber nicht nur die Metropolen sind betroffen. Wer sich das Leben in der Millionenstadt nicht mehr leisten kann, oder durch die Einführung von Homeoffice an Flexibilität gewonnen hat, zieht vermehrt in kleinere Großstädte. Als Folge steigen auch dort die Mieten an – am stärksten in Lübeck: Hier sind Mieten um 13 Prozent auf 9,80 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Dahinter folgt Potsdam, wo der Quadratmeter nach einem Zuwachs von elf Prozent nun 10,90 Euro kostet – und damit genauso viel wie in Berlin.

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Eine Auswertung des Immobiliendienstleisters „Savills“, die sich auf Geschäfts- und Büroräume bezieht, hat ergeben: Auch diese sind in Hamburg drastisch teurer geworden. Zwar sind große Geschäftsräume mit einer Fläche von über 1000 Quadratmetern durch die Nutzung von Homeoffices nur noch schwer zu vermieten. Der Konkurrenzdruck um kleine Flächen in guter Lage bleibt aber bestehen – die Spitzenmiete liegt bei 34 Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnitts- und die Medianmiete stieg in der Hansestadt im vergangenen Jahr um ganze 15,5 Prozent beziehungsweise 19,4 Prozent auf 20,90 Euro und 18,50 Euro pro Quadratmeter. Lediglich 3,7 Prozent der Büroflächen in Hamburg stehen leer.

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