Das historische Jugenstil-Tor bei Hagenbeck
Das historische Jugenstil-Tor bei Hagenbeck
  • Das historische Jugenstil-Tor bei Hagenbeck soll saniert werden.
  • Foto: picture alliance / Axel Heimken/

Enge Gehege, bröckelnder Putz: Hagenbeck investiert Millionen in Zoo-Sanierung

Er zählt zu den ältesten Zoos Deutschlands: Der Tierpark Hagenbeck ist 115 Jahre alt. Viele Gehege entsprechen nicht mehr den heutigen tierschutzrechtlichen Anforderungen. Sie sind schlicht zu klein. Deshalb nimmt Hagenbeck jetzt viel Geld in die Hand, um den Tierpark zu modernisieren.

Wie das „Abendblatt“ berichtet, wird Hagenbeck 25 Millionen in die Sanierung des Zoos stecken. Im Fokus stünden dabei der historische Pavianfelsen sowie die Gehege für die Löwen und Giraffen.

Neues Giraffenhaus soll bis Ende 2024 fertig sein

Die Giraffen waren schon vor anderthalb Jahren auf andere Zoos verteilt worden. Nicht alle werden zurückkehren. Geplant ist eine neue Zuchtgruppe. Für sie wird ein komplett neues Giraffenhaus gebaut. Bisher haben die Bauarbeiten noch nicht begonnen. Ein Schild vertröstet die enttäuschten Besucher und verspricht eine Fertigstellung bis Ende 2024.

Ein Schild am früheren Giraffen-Gehege bei Hagenbeck vertröstet die Besucher. hfr
Ein Schild am früheren Giraffen-Gehege bei Hagenbeck
Ein Schild am früheren Giraffen-Gehege bei Hagenbeck vertröstet die Besucher.

Laut Geschäftsführer Dirk Albrecht laufen derzeit Planungsgespräche mit internen und externen Experten. Gegenüber der Zeitung verspricht Albrecht, dass auch der Betriebsratsvorsitzende und Giraffenpfleger Thomas Günther in die Planungen mit einbezogen würde. Gegen ihn führt Albrecht seit gut zwei Jahren einen Rosenkrieg, der zwischenzeitlich sogar in der Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden mündete. Der wegen seines autoritären Führungsstils bei der Belegschaft hoch umstrittene Geschäftsführer hatte die Kündigung wieder zurücknehmen müssen.

Löwen, Leoparden, Eisbären und Orang-Utans sollen mehr Platz bekommen

Neben den Löwen, Leoparden und Giraffen sollen auch die Eisbären und Orang-Utans laut Albrecht mehr Platz bekommen. So seien Veränderungen beim Eismeer sowie eine Erweiterung des bestehenden Affenhauses geplant. Weitere Sanierungsmaßnahmen betreffen das historische Jugendstil-Tor sowie die Klima- und Technikanlage des Tropen-Aquariums. Dort soll außerdem das Rundbecken erneuert werden.

Darüber hinaus ist ein Elefanten-Lehrpfad geplant. Durch den Reptilienwald soll ein neuer Laufsteg führen. Die Flamingos bekommen einen Vogelteich, die Zebras und Straußen ein neues Dach, die Ibisse eine neue Voliere. Die Stiftung Hagenbeck, welche die millionenschweren Sanierungsmaßnahmen unterstützt, bittet auf ihrer Homepage um Spenden.

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Ob es neben der besseren Situation für die Tiere auch zu besseren Arbeitsbedingungen bei Hagenbeck kommt, wird sich zeigen. Auf die Forderungen der Belegschaft nach einem Tarifvertrag ist Geschäftsführer Albrecht bisher nicht eingegangen. Und auch der Streit mit dem Betriebsrat geht weiter. Am 17. Januar treffen sich die Konfliktparteien zum 13. Mal vor dem Arbeitsgericht. (mp)

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