Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß bei einer Rede im Bundestag.
  • Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß bei einer Rede im Bundestag.
  • Foto: imago images/Christian Spicker

Empörung über Hamburgs CDU-Chef: Nach Kapitol-Stürmung: Ploß warnt vor Linken

Die Bilder der Erstürmung des Kapitols in Washington gehen um die Welt – zahlreiche Politiker verurteilen die demokratieverachtenden Ausschreitungen. Für Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß ist es offenbar aber auch eine Gelegenheit, vor der Linkspartei zu warnen. Andere Parteien zeigen sich empört.

„Die Bilder aus den USA sollten auch eine Warnung für uns in Deutschland sein“, so der promovierte Historiker. Weder die Antifa noch Neo-Nazis dürften verharmlost werden, so der CDU-Chef. Und weiter: „Für alle demokratischen Parteien bedeutet das auch, eine klare Brandmauer zur Linkspartei und zur AfD zu ziehen.“

Warum der CDU-Chef einen Tag nach der Erstürmung des Kapitols durch rechte und rechtsextreme Trump-Anhänger und nur ein paar Monate nach der versuchten Erstürmung des Reichstags, ebenfalls durch Rechte, nach einer Analogie zur politisch Linken sucht, bleibt wohl in seiner ganz eigenen Logik verborgen. 

Hamburg: Linke empört über Aussagen von CDU-Chef

Die Hamburger Linke zeigt sich empört über Ploß‘ Ausführungen: „Wie verstrahlt muss man denn sein, ausgerechnet in so einem Moment gegen uns Linke zu hetzen? Oder die Haltung und das wichtige Engagement von Antifaschisten mit den Gewaltexzessen von Neo-Nazis gleichzusetzen und damit dann die Gefahr von Rechts zu verharmlosen? Vielleicht sollte Herr Ploß mal ein bisschen an seinem Demokratieverständnis feilen“, so die Fraktionsvorsitzenden Cansu Özdemir und Sabine Boeddinghaus in einem Statement.

Auch die Hamburger Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin (SPD), die 2017 gegen Ploß im Wahlkampf um das Direktmandat in Hamburg-Nord unterlegen war, meldete sich zu Wort. „Christoph Ploß sollte sich vielmehr um eine klare Abgrenzung zur AfD kümmern.“

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Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) verurteilte die Gleichsetzung von Antifaschismus und Rechtsextremismus, die neben dem Hamburger CDU-Chef noch einige andere seiner Unionskollegen in Statements unterbrachten. Es sei „gefährlich, wenn Konservative sich nicht klar gegen Rechtsextreme abgrenzen“. (mp)

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