Autorin Silia Wiebe sagt: „Ich will keine andere Mutter haben, ich bin heute einfach dankbar, dass sie genauso ist wie sie ist.“
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Ein ewiger Kampf?: Hamburgerin schreibt über die spezielle Mutter-Tochter-Beziehung

Sie ist die erste Person in unserem Leben, sie schenkt uns (bestenfalls) Geborgenheit und Wärme – und doch kann sie auch zu unserer stärksten Kritikerin, manchmal sogar zur Feindin werden: unsere Mutter. Über die besondere Beziehung, die gerade Mütter und Töchter haben, hat die Hamburger Autorin Silia Wiebe das Buch „Unsere Mütter: Wie Töchter sie lieben und mit ihnen kämpfen“ (Klett Cotta) geschrieben – und zwölf Mutter-Tochter-Beziehungen portraitiert. In der aktuellen Podcast-Folge von „Frau FM – laut und weiblich“ haben wir mit Silia Wiebe über Mütter, Töchter, Prägungen und das eigene Potenzial gesprochen.

„Die Beziehung zu meiner Mutter war etwa bis ich 40 wurde, sehr wellenförmig. Ich habe mich dann irgendwann gefragt: Was ist eigentlich meine Aufgabe in dieser Beziehung? Welchen Anteil kann ich da einbringen, damit diese Wellen mal ein bisschen ruhiger werden und ich mich nicht mehr so anstrenge, Liebe und Anerkennung von meiner Mutter zu kriegen“, sagt die Autorin zur Idee ihres Buches, das im vergangenen Jahr herauskam und in dem zwölf Töchter von der Beziehung zu ihrer Mutter erzählen.

Autorin Silia Wiebe beleuchtet Mutter-Tochter-Beziehung

Eine Beziehung, die sich im Lauf des Lebens verändert und auch sonst verschiedenste Facetten und Schattierungen haben kann. „Ich habe viel recherchiert und mir verschiedene Fragen gestellt beim Schreiben des Buches. Zum Beispiel das Thema Pflege. Was macht das mit dem Mutter-Tochter-Verhältnis? Oder wie erleben Adoptivtöchter ihre Mutter-Tochter-Beziehung, wenn es vielleicht zwei Mütter gibt? Was ist mit den Müttern und Töchtern, die vom Charakter so ganz unterschiedlich sind?“, so Wiebe.

Silia Wiebe: „Frauen heute können besser ihre Liebe zeigen“

Sie stellte dabei fest: Der Wunsch nach Wertschätzung der Mutter hört nie auf. „Da muss man auf sich als Erwachsene aufpassen und sich sagen, auch wenn es schwer ist: Es ist egal, wie meine Mutter mich sieht. Ich bin mir jetzt selbst eine Mutter. Denn ich bin selbstständig verantwortlich für mich.“ Gerade Frauen falle es immer noch schwer, sich Anerkennung für sich selbst zu geben.

So sei es auch wichtig, sich Mustern, Wunden oder Traumata, die unsere Mütter uns übertragen haben, zu stellen – und so Dynamiken im eigenen Leben zu beobachten und aufzulösen. „Da kommen wir nur heraus, wenn wir uns damit beschäftigen und den Mut finden, hinzuschauen. Und auch zu gucken: Was hat meine Mutter überhaupt erleiden müssen?“ Neben Büchern und Meditationen seien auch Familienaufstellungen für solch eine Arbeit sehr sinnvoll, sagt die Autorin.

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Nicht nur bei der Recherche für ihr Buch, auch bei Frauen um sie herum, habe sie gemerkt, dass es einen Wandel gibt – und zwar im Zeigen der Liebe gegenüber den Kindern. „Wir Frauen heute sind ein bisschen geübter darin, unsere Liebe und Wertschätzung zu zeigen. Somit haben es auch Kinder heute leichter, ihre Gefühle auszudrücken.“ Und das ist schließlich eines der wichtigsten Dinge in jeder Mutter-Kind-Beziehung: Der oder dem anderen zeigen, wie liebt man sie oder ihn hat.

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