Letzte Woche Donnerstag wurde ein Eichhörnchen in der Verkehrsdirektion Ost abgegeben
  • Manche Wildtiere, wie das Eichhörnchen, das letzte Woche Donnerstag in der Verkehrsdirektion Ost abgegeben wurde, brauchen Hilfe.
  • Foto: Verkehrsdirektion Ost

Eichhörnchen, Küken und Co – wie rettet man richtig Tiere in Not?

Klein, hilflos, die Augen noch geschlossen: So wurde vor einer Woche ein junges Eichhörnchen in Horn der Polizei übergeben. Zunächst sah es nicht gut aus für den Nager, mittlerweile geht es dem Tier aber besser. So wie das Eichhörnchen können in Hamburg auch andere Wildtiere in Not geraten. Wie kann man ihnen richtig helfen?

In einem kleinen, mit Moos gefüllten Kasten lag der reglose Nager, der am Donnerstagmorgen in der Verkehrsdirektion in der Rennbahnstraße abgegeben wurde. Erst nachdem die Beamten Zuckerwasser verabreichten, gab das Eichhörnchen ein Lebenszeichen von sich. „Hunde werden schon öfter bei uns abgegeben, Wildtiere wie das Eichhörnchen eher selten“, erzählt Polizist Michael Eckloff, der das Tier entgegennahm. Die Beamten kontaktierten den Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V., der das Tier kurze Zeit später von der Wache abholte.  

Wildtiere in Not müssen richtig gerettet werden

„Wir kümmern uns um überdurchschnittlich viele Wildtiere“, erklärt Theresa Gessert vom Tierschutzverein. „Von Kleinsäugern über Vögel bis hin zu Rehen oder Füchsen sind bei uns alle Wildtiere vertreten.“ Der Verein kümmert sich um verletzte Tiere und hat auch eine Jungtierstation, in der die Tiere wieder aufgepäppelt werden. Ziel ist immer die Auswilderung, auch wenn das bei verletzten Tieren mal länger dauern kann.  

Das Eichhörnchen von vergangener Woche wurde an die „EichhörnchenHilfe Eilbek“ übergeben, die mit dem Tierschutzverein zusammenarbeitet. Dort wird das Eichhörnchen unter dem Namen „Samson“ jetzt aufgezogen, bis in ein paar Wochen die Freilassung ansteht. Doch nicht alle Findlinge brauchen Hilfe: „Oft kommen die Tiere aus falsch verstandener Tierliebe zu uns“, sagt Theresa Gessert. „Auch wenn das gut gemeint ist und wir es gerne machen: Wir stoßen nicht selten an unsere Grenzen, da gerade die Aufzucht der Jungtiere mit bis zu halbstündlicher Fütterung sehr aufwendig ist.“

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Damit auch nur die Tiere versorgt werden, die wirklich Hilfe benötigen, informieren sowohl der Tierschutzverein als auch die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz über den richtigen Umgang. Die Faustregel: Am besten zuerst fachkundigen Rat beim Tierschutzverein unter der Telefonnummer (040) 211 10 60 einholen. Denn oft sind die Eltern von Jungtieren noch in der Nähe, obwohl sie nicht zu sehen sind. Da hilft dann zunächst längeres Beobachten aus der Ferne.  

Befiederte Küken oder Jungtiere am Straßenrand können behutsam in ein nahegelegenes Gebüsch gebracht werden, bei nackten Küken sollte hingegen schnell das zugehörige Nest gefunden werden. Dabei geht die eigene Sicherheit natürlich vor. Ist ein Tier verletzt, kann auch das Nottelefon unter (040) 22 22 77 erreicht werden.  

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