Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verkauft diesen Weltkriegsbunker an der Holstenstraße in Altona.
  • Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verkauft diesen Weltkriegsbunker an der Holstenstraße in Altona.
  • Foto: Patrick Sun

Dieser Hamburger Weltkriegs-Bunker steht zum Verkauf

Unterirdisch, versteckt hinter Büschen oder omnipräsent auf einem freien Platz – Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sind auch mehr als 75 Jahre später im Norden noch immer vorhanden. Viele werden genutzt, manche verfallen. Zwei kann man sogar noch kaufen.

Während des Zweiten Weltkrieges boten unzählige Bunker Schutz vor Angriffen von oben. Seitdem sind sie kaum mehr in Gebrauch – und werden stattdessen umgewidmet und als Wohnungen, Museen, Proberäume, Ateliers, Lagerräume oder Jugend-Treffpunkte genutzt. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein haben fast alle Hoch- und Tiefbunker des Bundes mittlerweile neue Besitzer gefunden.

Hamburg-Altona: Tiefbunker steht zum Verkauf

In Hamburg und in Schleswig-Holstein befindet sich noch jeweils ein Hochbunker im Grundstücksbestand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), wie der zuständige Verkaufsleiter Raymund Karg sagte. „Beide Objekte stehen zur Veräußerung an. Es wurden bereits Vertragsverhandlungen geführt.“ In Hamburg geht es um den Tiefbunker an der Holstenstraße 20a, in Lübeck um den Hochbunker in der Dr.-Julius-Leber-Straße.


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In 2020 und 2021 fanden drei Hoch- und ein Tiefbunker in Hamburg einen Käufer. In den vergangenen 14 Jahren waren es in Hamburg 24 Bunkergrundstücke und in Schleswig-Holstein zwölf. „Für einen weiteren Bunker in Lübeck sind die Kaufverhandlungen abgeschlossen und die Beurkundung des Kaufvertrages steht noch bevor.“

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Wer einen Bunker kaufen will, muss viel Geld mitbringen. „Im Durchschnitt aller Verkäufe von Bunkergrundstücken in Schleswig-Holstein und Hamburg seit 2007 beträgt der Kaufpreis nahezu 900.000 Euro. Der mittlere Kaufpreis für Bunkergrundstücke in Hamburg mit rund 1,3 Millionen übersteigt den durchschnittlichen Kaufpreis solcher Objekte in Schleswig-Holstein von rund 100.000 Euro deutlich“, sagte Karg dazu.

Der Großteil der Bauten gehört nun privaten Investoren. „Ein Sechstel der Kaufverträge wurden mit Gebietskörperschaften oder privatrechtlichen Gesellschaften/Unternehmen, an denen Gebietskörperschaften mehrheitlich beteiligt sind, abgeschlossen.“ Zum Verkauf standen nur Zivilschutzbunker und keine Munitionsschutzbunker oder Personenschutzbunker auf ehemaligen Militäranlagen.

Hamburg nutzt acht Weltkriegsbunker selbst

Mehr als 250 Hochbunker wechselten bundesweit auf diese Weise bereits den Besitzer. Hintergrund war, dass die Bundesregierung 2007 entschieden hatte, den öffentlichen Schutzraumbau flächendeckend aufzugeben.

Die Stadt Hamburg war eigenen Angaben zufolge – auch über städtische Unternehmen – 2019 im Besitz von 23 Bunkern. Acht davon nutzt und entwickelt die Stadt. Die meisten sind bereits langfristig vermietet oder verpachtet.

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