So soll es aussehen: das neue Diebsteich-Stadion aus der Vogelperspektive
So soll es aussehen: das neue Diebsteich-Stadion aus der Vogelperspektive
  • So soll es aussehen: das neue Diebsteich-Stadion aus der Vogelperspektive
  • Foto: moka-studio

Entwurf für Diebsteich-Stadion steht – Opposition fordert Rücktritt von Grote

Die Stadt hat am Mittwoch endlich bekanntgegeben, wie das neue Stadion von Altona 93 einmal aussehen soll. Um die Größe hatte es zuvor ordentlich Wirbel gegeben. Der Verein freut sich über die neue Heimspielstätte, aber die CDU im Bezirk Altona kritisiert den Siegerentwurf und fordert den Rücktritt von Sportsenator Andy Grote (SPD).

Auf einer insgesamt 4,7 Hektar großen Fläche neben dem geplanten Fern- und Regionalbahnhof Diebsteich sollen ein Fußballstadion und eine Musikhalle mit jeweils rund 5.000 Plätzen sowie Büro- und Gewerbeflächen entstehen. Die Jury hat sich für den Entwurf von gmp International GmbH (Hamburg) mit WES GmbH LandschaftsArchitektur (Hamburg) entschieden.

Hamburg-Diebsteich: Neues Heimstadion für Altona 93

Das Fußballstadion mit Rasenplatz soll eine Mantelbebauung für Büros und weitere Flächen für Sport und Bewegung, Gastronomie, Handel, Kultur und eine Tiefgarage erhalten. „Mit dem neuen Regionalligastadion entsteht eine moderne Spielstätte für Altona 93, die obendrein für vielfältige sportliche Angebote nutzbar ist”, sagte Sportsenator Grote.

Das Regionalligastadion soll die neue Heimspielstätte von Altona 93 werden – und der Fußballverein freut sich: „Wir werden mit unseren Mitgliedern und Anhängern in die Nachbarschaft einziehen, diese beleben“, sagte der Zweite Vorsitzende Ragnar Törber am Sonntag.

Diebsteich-Stadion: Freude bei Altona 93, Enttäuschung bei FC Teutonia

Der Verein werde ein Bindeglied zwischen Altona und Eimsbüttel sein. „Außerdem freuen wir uns, mit unseren zukünftigen Nachbarn auf den begrenzten örtlichen Gegebenheiten ein enges Miteinander zu entwickeln, Flächen zu öffnen und gemeinsam zu diesem spannenden Ort einzuladen.“ Der Verein plane bereits eine Volksküche, karitative Anlaufstellen und Angebote für Senioren.

So soll das neue Diebsteich-Stadion einmal von außen aussehen. moka-studio
Diebsteich-Stadion
So soll das neue Diebsteich-Stadion einmal von außen aussehen.

Während sich Altona 93 freut, sorgte die Entscheidung der Stadtandernorts für herbe Enttäuschung gesorgt. Der Verein FC Teutonia, der Hamburger Fußballverband und auch einige Bezirkspolitiker hatten auf ein größeres Drittliga-Stadion gehofft, das es so in Hamburg derzeit nicht gibt. Dieser Forderung hatte die Stadt am Donnerstag eine Absage erteilt und wurde dafür massiv kritisiert. „Der Profisport finanziert seine Infrastruktur, nicht der Steuerzahler”, bekräftigte Sportstaatsrat Christoph Holstein am Dienstag auf Facebook.

Altona: CDU wollte größeres Drittliga-Stadion

In der Altonaer CDU gibt es auch Kritik am Siegerentwurf: „Die Stadion-Entwürfe hätten eigentlich die Möglichkeit für eine spätere Aufrüstung bieten sollen“, sagt Sven Hielscher, der ein größeres Drittliga-Stadion gefordert hatte. „Das lässt der Siegerentwurf nun aber nicht zu.“

Es bleibe eine große Lücke in der sportlichen Infrastruktur, sagt Hielscher. „In einer Millionenstadt wie Hamburg ist das ein echtes Armutszeugnis. Sportsenator Andy Grote ist das aber offenbar egal.“ Hielscher fordert einen Rücktritt von Grote und seines Staatsrats Christoph Holstein.

FDP: „CDU schießt über das Ziel hinaus”

Doch es gibt auch andere Stimmen aus der Opposition: „Einen Rücktritt sollte man nicht inflationär fordern. Hier schießt die CDU über das Ziel hinaus“, sagt Katarina Blume, FDP-Fraktionschefin in Altona. „Bei allem Verständnis über die Enttäuschung, die FDP wird diesen Prozess jetzt positiv begleiten.“

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Für den neuen Stadionkomplex geht die Stadt von 157 Millionen Euro Baukosten aus. Der Verein Altona 93 wird sich als künftiger Hauptnutzer mit rund 9,65 Millionen Euro beteiligen. Die Kosten der Flächen für den Spielbetrieb könne sich der Verein vollständig allein leisten, betont der Zweite Vorsitzende Ragnar Törber. „Das kostet keinen Steuerzahler irgendetwas.“ Die übrigen Flächen nutze die Stadt.