Mural Laeiszstraße
  • Das Wandgemälde in der Laeiszstraße wurde durch ein Förderprojekt ermöglicht und kann digital erworben werden.
  • Foto: Tobias Sundermann

Das steckt hinter dem riesigen Wandgemälde im Karoviertel

Verbundenheit und Gemeinschaft – dafür soll das riesige Wandgemälde stehen, das seit Mitte Juni im Karoviertel bestaunt werden kann. Das Besondere: obwohl es öffentlich ist, kann das Werk gekauft werden, um weitere solcher Kunstwerke zu finanzieren. Schon im Oktober soll es weitergehen.

„In der Gemeinschaft entstanden, für die Gemeinschaft gemacht, durch die Gemeinschaft fortgeführt“ – so lautet das Motto, unter dem das 200 Quadratmeter große Mural (so heißen besonders aufwendige, große Wandgemälde) in der Laeiszstraße 17 entstanden ist. Und so ist auch das Förderprojekt gedacht, durch das das Kunstwerk möglich gemacht wurde.

So kam es zum riesigen Wandgemälde im Karoviertel

Denn für umgerechnet knapp 100 Euro kann das Riesengemälde „Unity“ 105 Mal als NFT („Non-fungible token“) erstanden werden, also als digitale Version über einen personalisierten und einmaligen Kauf (die man sich, wenn man das Werk wie herkömmliche Kunst an die Wand hängen will, theoretisch auch ausdrucken könnte). Mit 90 Prozent der Einnahmen sollen nicht nur weitere Kunstwerke finanziert werden, neun Prozent gehen zusätzlich zur regulären Bezahlung als Bonus an die Kunstschaffenden, ein Prozent wird an globale Klimaschutzprojekte gespendet.

Wandgemälde Laeiszstraße
Das Wandgemälde kann als NFT digital erworben werden.

Die Hauptidee dazu kam von der gemeinnützigen Gesellschaft „105 Viertel“, die 2019 unter anderem von „About You“-Gründer Tarek Müller ins Leben gerufen wurde. In Zusammenarbeit mit der Kreativagentur „lukiHQ“ sollen durch das gemeinsame Förderprojekt lokale Nachwuchskünstler:innen unterstützt werden.

Lokale Nachwuchskünstler:innen sollen gefördert werden

So, wie das Hamburger Duo „Minimation“, bestehend aus der Illustratorin Eli Breuing und der Animationskünstlerin Andrea Hemmelgarn, die unter dem Namen „MalaMala“ an dem Mural in der Laeiszstraße gearbeitet haben. Zusammengearbeitet mit dem Duo hat der Hamburger Künstler Philipp Mechsner, aka „Koolski“, der in den 90ern mit Graffiti seine Karriere begann und mittlerweile abstrakte Kunstwerke schafft.

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Auch in der Innenstadt ist das Projekt zugange: So prangt seit Mitte Juli an der Ecke Vom Alsterfleet/Kleine Alster ein 20 Meter auf 3,5 Meter großes Mural der Hamburger Straßenkünstlerin „maens“.

Wandgemälde von „maens“ Alter Wall
Das Wandgemälde der Straßenkünstlerin „maens“, Alter Wall.

Außerdem hängt am Alter Wall 20-22 ein übergroßes Print des Berliner Künstlers Felix Aaron Hülpüsch („Hülpman“). Auch diese Werke können ab kommender Woche als NFTs gekauft werden.

Print von „Hülpman“ Alter Wall
Der Print des Berliner Künstlers „Hülpman“, Alter Wall.

Bisher kommt das Geld für die Umsetzung noch von der „105 Viertel“ gGmbH, wie Sprecherin Aniane Dietrich erklärt. Das Ziel des Projekts sei es jedoch, Miete, Materialien, Gage und die Planung für Folgeprojekte aus den Einnahmen der NFTs zu bezahlen. „Wir sehen die Verlängerung der Artworks als NFTs als einen Teil des Gesamtkonzepts“, so Dietrich. „Nicht nur, um das Analoge mit dem Digitalen zu verbinden, sondern auch, um im besten Falle eine kreative Kreislaufwirtschaft ins Leben zu rufen, an der jede:r aktiv partizipieren kann.“ Bisher wurde nur ein NFT des Murals in der Laeiszstraße erworben, der Verkauf habe jedoch gerade erst gestartet.

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