Altbau neben Neubau: In Hamburg gibt es viele schöne Wohnungen, sie sind nur viel zu teuer.
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Corona zum Trotz : Preise für Häuser und Wohnungen in Hamburg steigen weiter rasant

Endet mit Corona der lange Preisanstieg bei Häusern und Wohnungen in Deutschland? Das haben manche Menschen gehofft, die eine Immobilie suchen. Doch neue Zahlen zeigen, dass auch in Hamburg der Boom mit der Coronakrise nicht endet.

Häuser und Wohnungen in Deutschland sind in der Coronakrise noch deutlich teurer geworden als zunächst angenommen – sowohl in Städten als auch auf dem Land. Durchschnittlich lagen die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal um 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Wohnungsmarkt Hamburg: Preise steigen weiter an

Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Preise für Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser demnach um 2 Prozent. Damit zeigt sich, dass die Coronakrise dem Immobilienboom hierzulande bisher nichts anhaben konnte – trotz einbrechender Wirtschaft, steigender Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit.

Die Preisaufschläge im zweiten Quartal fallen nun sogar höher aus als in einer ersten Schätzung vor vier Wochen veranschlagt. Damals waren die Statistiker von 5,6 Prozent Plus zum Vorjahresquartal und 1,4 Prozent Steigerung zum Vorquartal ausgegangen. 

Hamburg: Preise für Häuser und Wohnungen steigen weiter

Die Opposition sieht in den Zahlen einen Beleg für eine verfehlte Wohnungspolitik der Bundesregierung. „Günstiger Wohnungsbau ist kaum noch möglich, hohe Bodenpreise tragen gerade in wachsenden Regionen und großen Städten zu steigenden Kosten für den Wohnungsbau und -kauf bei“, monierte Chris Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der Grünen im Bundestag.

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Er forderte eine „neue und aktive Bodenpolitik“ für bezahlbaren Wohnraum. Mit einem gemeinnützigen Bundesbodenfonds müsse der Bund Kommunen in die Lage versetzen, öffentliche Räume und die Nutzung von Boden im Sinne des Gemeinwohls zu stärken.

Boom in den Metropolen setzt sich trotz Corona weiter fort

Nach der neuesten Berechnung der Statistiker waren von April bis einschließlich Juni in den sieben größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 Prozent und Eigentumswohnungen 6,1 Prozent teurer als im Vorjahresquartal.

Damit setzte sich der Boom in den Metropolen zwar fort, wenngleich mit abnehmender Dynamik bei Wohnungen. Hier waren die Preisaufschläge in den Vorjahresquartalen noch höher gewesen. 

Sogar auf dem Land: Wohneigentum wird deutlich teurer

Auch auf dem Land verteuerte sich Wohneigentum: Häuser um mindestens 4,8 Prozent, Wohnungen um mindestens 5,9 Prozent. Die Nachfrage nach Wohnraum ist vor allem in Ballungsräumen, wie Hamburg, groß. Weil dort die Preise in der Regel höher sind als auf dem Land, weichen Kaufinteressenten auf ländliche Regionen aus.

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Für das laufende Jahr sahen Forscher zuletzt kein Ende des Immobilienbooms. Ein großer Teil der Treiber bleibe trotz der Corona-Krise intakt, hieß es jüngst in einer Prognose des Hamburger GEWOS Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung. „Hierzu zählen die demografisch bedingt hohe Wohnungsnachfrage, der Mangel an Bauland und Objekten sowie das niedrige Zinsniveau gepaart mit einem Mangel an Anlagealternativen in unsicheren Zeiten.“

Hamburger Institut prognostiziert weiteres Rekord-Jahr

Konkret prognostiziert GEWOS ein weiteres Rekordjahr am gesamten Immobilienmarkt mit einem Umsatz von gut 290 Milliarden Euro. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis und speziell die Nachfrage nach selbstgenutztem Wohneigentum weiter hoch“, sagte GEWOS-Experte Sebastian Wunsch. 

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Allerdings schließen die Ökonomen nicht aus, dass sich die Corona-Pandemie zeitverzögert auf dem Immobilienmarkt niederschlägt – etwa, wenn sich die Lohnentwicklung dauerhaft eintrübt.

Fraglich sei auch, ob sich mit der Pandemie und dem Lockdown veränderte Wohnwünsche dauerhaft etablierten – etwa nach mehr Fläche, mehr Interesse an selbstgenutztem Wohneigentum, Wohnen im Grünen oder ein höherer Stellenwert für Balkone oder Garten. (dpa/aba)

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