Der Bunker an der Schomburgstraße in Altona
  • Der Bunker an der Schomburgstraße in Altona
  • Foto: Kulturenergiebunker

Bunker in Altona : Startschuss für Umbau: Vom Ort der Angst zum Ort der Freude

Altona-Altstadt –

Ein riesiger Betonblock soll zu einem neuen Herzstück von Altona werden: Die Stadt Hamburg hat den Hochbunker in der Schomburgstraße an den Verein KulturEnergieBunkerAltonaProjekt (KEBAP) e.V. übergeben. Damit ist der Starschuss gefallen für den Umbau des Klotzes: In fünf Jahren soll die eine Hälfte Öko-Energie erzeugen, die andere Platz bieten für Kultur.

Die Stadt hat den Bunker vom Bund gekauft und übergibt ihn für 60 Jahre in Erbpacht an den Verein.„Wir sind der Zwischenhändler für dieses wunderbare Grundstück“, sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und lobt: „Der Senat findet die Symbiose von Energie und Kultur enorm spannend und wir von der Finanzbehörde begleiten das Projekt sehr gerne.“

Kulturbunker in Altona: Startschuss für Umbau

Heike Breitenfeld vom Verein Kebap zeigt sich begeistert: „Am liebsten würde ich ein Freudentänzchen aufführen. Zehn Jahre haben wir darauf hin gearbeitet und mit den Anwohnern und Anwohnerinnen Ideen erarbeitet. Wir sind sehr froh, dass es nun losgeht.“ Garten, Wohnzimmer, Küche, klimagerechtes Heizhaus und Experimentierwerkstatt für das ganze Quartier soll der Bunker werden, so der Traum.

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Dachgarten, Solarzellen, begrünte Fassade, so könnte der Kultur-Energie-Bunker in fünf Jahren aussehen.

Foto:

Bunk+Münch Landschaftsarchitekten

Der 19 Meter hohe Klotz am Walter-Möller-Park ist ein seltener „Zwillingsbunker“: zwei identische Hälften, getrennt durch eine ein Meter dicke Wand. 1941 bis 1943 wurde er erbaut, in den 70er Jahren umgebaut zu einem Atombunker mit 3500 Sitzplätzen.

Kebap-Bunker in Altona: Probenräume und Kraftwerk

Die Teilung macht eine Doppelnutzung möglich: In der östlichen Bunkerhälfte sollen in den kommenden fünf Jahren auf mehr als 1000 Quadratmetern Räume für kulturelle Aktivitäten entstehen, etwa ein Aufnahmestudio und Proberäume für Bands und eine Gemeinschaftsküche. Über die gesamte Dachfläche (zwölf mal 50 Meter) soll sich ein Garten erstrecken.

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Schon jetzt wird in Hochbeeten am Bunker Gemüse für die Nachbarschaft angebaut.

Foto:

Kebap e.V.

In der zweiten Bunkerhälfte ist eine innovative Energiezentrale geplant, die etwa mit einem Holzgas-Kraftwerk Wärme und Strom für das umliegende Quartier erzeugt. Laut einer Machbarkeitsstudie könnte Energie für bis zu 2000 Wohnungen erzeugt werden (zwölf Gigawattstunden, das entspricht der Hälfte der Leistung vom Energiebunker in Wilhelmsburg). Der Clou: Erlöse aus dem Energieverkauf werden den Kulturteil finanziell unterstützen, so dass sich das Gesamtprojekt wirtschaftlich trägt.

Kebap-Bunker Altona: Millionen vom Bund

Mehrere hunderttausend Euro bringen die bisher rund 60 Mitglieder der KulturEnergieGenossenschaftAltona (KEGA) eG für das Quartiersprojekt auf. Bis zu 15 Millionen könnte der Bund an Fördergeldern für erneuerbare Energien beisteuern.

Altonas Bezirkschefin Stefanie von Berg (Grüne) findet emotionale Worte zum Start des ambitionierten Projektes: „Der Bunker war ein Ort der Angst, ein Ort, an dem Menschen Zuflucht gesucht haben vor Bomben und an dem sie Ängste ausgestanden haben. Ich bin froh, dass wir diesen Ort nun umdeuten können zu einem Ort der gemeinschaftlichen Freude. Das ist der Spirit von Altona.“

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