Hecken in Wilhelmsburg.
  • Eine kahl gefressene Hecke in Wilhelmsburg. Hamburg hat ein Problem mit Buchsbaumzünslern.
  • Foto: Mathis Neuburger / MOPO

Diese fiesen Schädlinge machen Hamburgs Hecken kaputt

Da pflegt man über Jahre eine Buchsbaum-Hecke, schneidet diese akribisch zurecht und dann kommt plötzlich ein Buchsbaumzünsler und macht all die Arbeit zunichte. Hamburg hat eine Buchsbaum-Krise. Zu Beginn des Jahres waren zuerst Billstedt, dann Wilhelmsburg betroffen. Nun ist den fiesen Schädlingen ein weiterer Stadtteil zum Opfer gefallen.

Klingt erstmal ganz nett: Der Buchsbaumzünsler ist ein asiatischer Kleinschmetterling, ursprünglich in Japan und China beheimatet. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kam er mithilfe von Containerschiffen nach Europa. Im Jahr 2007 wurde er in Mitteleuropa zum ersten Mal gesichtet. Das Problem: Als Raupen sind die Tiere ziemlich nervig. Sie fressen sich an Buchsbäumen satt und sorgen dafür, dass die einst gepflegten Hecken im Garten zu unansehnlichem Gestrüpp mutieren. Aktuell soll sich die Raupe in Neugraben niedergelassen haben. Ein örtlicher Baumarkt berichtet von 40 bis 50 Personen täglich, die nach einem Gegengift fragen.

Buchsbaumhecke
Auch diese Hecke in Hamburg ist befallen.

Ilka Bodmann, Sprecherin vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Hamburg, rät jedoch von Giften ab und hat alternative Vorschläge. „Da Kohlmeise und Haussperling den Buchsbaumzünsler mittlerweile als Nahrungsquelle für sich entdeckt haben, sollte man diese Arten in seinem Garten fördern. Wer seinen Garten naturnah gestaltet und auch eine Wassertränke für durstige Vögel bereitstellt oder einen Nistkasten aufhängt, hilft zugleich den Buchsbaum zu schützen“, sagt Bodmann im Gespräch mit der MOPO.

Hamburgs-Buchsbaum-Krise: Die mögliche Lösung für das Problem

Wer den Buchsbaumzünsler hingegen mit Gift bekämpfe, füge der Natur Schaden zu. Viele der Gifte seien richtige Chemiekeulen. Sie vergiften auch andere Insekten und seien damit ebenfalls für Vögel höchst schädlich. 

„Insektizide sind außerdem keine Garantie, dass hinterher der Garten von der Schmetterlingsraupe befreit ist. Solange in irgendeinem Garten nur ein paar der Raupen überleben, ist es so gut wie sicher, dass Buchsbäume wieder besiedelt werden“, sagt Bodmann.

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Ilke Bodmann empfiehlt das Einsammeln per Hand. Dafür sollten die Buchsbäume schon früh im Jahr regelmäßig abgesucht werden. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass das Absammeln per Hand eine mühsame Angelegenheit ist, da sich die Raupen in den dichten Büschen gut verstecken können. „Der Verzicht auf Buchsbäume im eigenen Garten und das Ausweichen auf eine alternative Gartenbegrünung kann also unter Umständen die sinnvollere Lösung sein“, so Bodmann.

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