Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) steht für eine vorsichtige Corona-Politik. 
  • Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) steht für eine vorsichtige Corona-Politik. 
  • Foto: imago images/Future Image

„Bleibe sehr skeptisch“: Corona-Gipfel: Das sagt Tschentscher zu den Beschlüssen

Der Hamburger Senat gilt in Bezug auf Corona-Lockerungen als zurückhaltend. Jetzt haben sich Bund und Länder auf einen Fahrplan aus dem Lockdown verständigt. Hamburgs Bürgermeister Tschentscher trägt das mit, wenn auch mit Skepsis.

„Ich gehe davon aus, dass wir wie bisher diese Beschlüsse 1:1 umsetzen“, kündigte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) an. Der rot-grüne Senat werde am Donnerstag über die Beschlüsse beraten.

Corona in Hamburg: So sollen die Beschlüsse umgesetzt werden

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen soll der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden. Allerdings soll es je nach Infektionslage in den Ländern viele Öffnungsmöglichkeiten geben.

„Das ist eine Unsicherheitsstufe mehr“, sagte Tschentscher nach den neunstündigen Beratungen. „Ich bleibe bei meiner sehr skeptischen Haltung, dass wir die Auswirkung der Mutationen noch nicht in vollem Umfang erkennen.“

Corona in Hamburg: Mutationen auf dem Vormarsch

Sie seien weiter auf dem Vormarsch. „Bei uns in Hamburg ganz besonders die britische Mutation, stärker als im Bundesdurchschnitt.“

Deshalb brauche es für die nun „auf besonderen Wunsch einiger Länder“ beschlossenen Lockerungen noch mehr Disziplin bei der Einhaltung der bestehenden Maßnahmen.

Ein „Rückfall“ und wieder eskalierende Infektionszahlen müssten dringend verhindert werden. „Alle müssen wissen, dass wir nicht am sicheren Ufer sind“, sagte Tschentscher.

Ab Montag wieder Treffen von bis zu fünf Personen möglich

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 80 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner sei Hamburg noch weit von möglichen weiteren Lockerungen entfernt. „Ich finde, es ist klug, das jetzt noch eine Weile zu beobachten.“

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen dürfen sich ab Montag wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, wobei — anders als bislang in Hamburg — Kinder nicht mitgezählt werden. 

Corona in Hamburg: Notbremse bei Verhandlungen vereinbart

„Wir müssen jetzt damit klarkommen, dass einige Länder früher Öffnungen vornehmen und andere dann nicht zum gleichen Zeitpunkt die gleichen Maßnahmen treffen können“, sagte Tschentscher.

Zugleich gibt es eine „Notbremse“, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 eine Rückkehr zu den aktuell noch geltenden Maßnahmen vorsieht.

Corona in Norddeutschland: Enge Zusammenarbeit nötig

Schleswig-Holstein hatte am Mittwoch laut RKI eine Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen, Niedersachsen lag nur leicht drüber, Hamburg aber bei 70. Die Hamburger Gesundheitsbehörde selbst wies am Mittwoch eine Inzidenz von 80,8 aus, ihre Zahlen werden etwas anders berechnet als vom RKI. „Wir werden in Norddeutschland sehr eng mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen sprechen müssen, wie wir miteinander vorgehen“, kündigte Tschentscher an. (dpa/aba)

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